Seltene Erbkrankheit: Marc muss 20 Liter Wasser pro Tag trinken
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Seltene ErbkrankheitMarc muss 20 Liter Wasser pro Tag trinken

Marc Wübbenhorst hat immer Durst. Stillt er diesen nicht, stirbt er. Schuld ist die Hormonstörung Diabetes insipidus renalis.

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Marc Wübbenhorst aus Bielefeld ist einer von 60 Menschen in Deutschland, die an Diabetes insipidus renalis leiden.

Marc Wübbenhorst aus Bielefeld ist einer von 60 Menschen in Deutschland, die an Diabetes insipidus renalis leiden.

Facebook/Marc Wübbenhorst
Die seltene Hormonstörung ist bei ihm angeboren und hat zur Folge, dass Wübbenhorst mindestens alle zwei Stunden Wasser trinken muss –  tagsüber ...

Die seltene Hormonstörung ist bei ihm angeboren und hat zur Folge, dass Wübbenhorst mindestens alle zwei Stunden Wasser trinken muss – tagsüber ...

Screenshot WDR Lokalzeit OWL
... und nachts. Würde er das nicht tun, würde er sterben.

... und nachts. Würde er das nicht tun, würde er sterben.

Screenshot WDR Lokalzeit OWL

Ein, zwei oder drei: Wie viele Liter Wasser am Tag sollen es denn sein? Je nach Ansprechpartner fällt die Antwort auf diese Frage ganz unterschiedlich aus.

Für Marc Wübbenhorst aber ist sie ganz klar: Er muss täglich rund 20 Liter trinken, um zu überleben. Für andere Menschen wäre das eine tödliche Menge.

Sehr, sehr seltene Krankheit

Der 35-jährige aus Bielefeld leidet an Diabetes insipidus renalis – einer Hormonstörung, die auch Wasserharnruhr genannt wird. Die Folge: Nieren und Hormone arbeiten bei ihm nicht richtig zusammen.

Die Erkrankung ist selten. In Deutschland leiden nur rund 60 Menschen der über 83 Millionen Einwohner daran. Zahlen zu Betroffenen in der Schweiz liegen nicht vor.

«Konnte meinen Namen in den Schnee pinkeln»

24 Stunden am Tag hat Wübbenhorst Durst. Reagiert er darauf nicht, treten spätestens nach anderthalb Stunden die ersten Verdurstungserscheinungen auf. Es kommt zu Fieber und Orientierungslosigkeit, Hände und Lippen werden brüchig. Deshalb muss er spätestens nach zwei Stunden nachkippen.

Das hat Folgen: Wer so viel trinkt, muss ständig auf die Toilette – Tag und Nacht. Er habe noch nie in seinem Leben durchgeschlafen, berichtet er dem Westdeutschen Rundfunk (WDR) in einem Beitrag:

Wübbenhorst hat sich mit seinem Leiden arrangiert und versucht den ständigen Wechsel zwischen Trinken und Pinkeln positiv zu sehen: Er sei zum Beispiel als Kind der Einzige gewesen, «der seinen kompletten Nachnamen in den Schnee pinkeln konnte».

Warum die richtige Menge Flüssigkeit so wichtig ist

Wasser wird für viele Abläufe im Körper benötigt. Wird zu wenig getrunken, hindert das Gehirn, Nieren, Haut und Zellen sowie das Herz-Kreislauf-System an der Arbeit, was weitere Probleme nach sich zieht: Unter anderem nimmt die Konzentrationsfähigkeit ab und die Nieren scheiden nicht mehr genügend Giftstoffe aus.

Aber auch wenn zu viel Wasser in den Körper gelangt, ist das nicht gut. Dann sinkt der Natriumgehalt im Blut. Es können Lethargie und Übelkeit auftreten, in schlimmeren Fällen drohen Krämpfe oder sogar der Fall ins Koma. Im schlimmsten Fall kann es tödlich enden.

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