«Blick»-Führung nimmt in der Mail-Affäre Marc Walder in Schutz

Aktualisiert

Mail-Affäre«Marc Walder war nicht involviert» – jetzt spricht die «Blick»-Führung

Bislang schwiegen die «Blick»-Redaktion und der Ringier-Verlag zu der Mail-Affäre um Marc Walder. Nun hat die Führung eine interne Mail zu dem Fall verfasst. 

von
Dominik Fischer
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Die «Blick»-Führung nimmt den Ringier-CEO in der Mail-Affäre in Schutz. 

Die «Blick»-Führung nimmt den Ringier-CEO in der Mail-Affäre in Schutz. 

imago images/Sven Simon
Walder hätte die Redaktion nicht mit geheimen Informationen gespeist, betont die «Blick»-Führung. 

Walder hätte die Redaktion nicht mit geheimen Informationen gespeist, betont die «Blick»-Führung. 

20min/Celia Nogler
Walder wird vorgeworfen, während der Pandemie engen Informationsaustausch mit Alain Bersets Kommunikationschef Peter Lauener (links) gehabt zu haben. 

Walder wird vorgeworfen, während der Pandemie engen Informationsaustausch mit Alain Bersets Kommunikationschef Peter Lauener (links) gehabt zu haben. 

20min/Simon Glauser

Darum gehts

  • Die «Blick»-Führung streitet ein Involvement von Ringier-CEO Marc Walder bei zwei Primeur-Texten der Redaktion ab. 

  • Walder sowie der «Blick»-Redaktion wird enger Kontakt mit Alain Bersets Kommunikationschef Peter Lauener vorgeworfen. 

  • Walder selbst sagte, er habe während der Pandemie «vielleicht wöchentlich» Kontakt mit Lauener gehabt.

Nach der Affäre um den engen E-Mail-Austausch zwischen Alain Bersets Kommunikationschef Peter Lauener und Redaktoren des «Blick» sowie dem Ringier-CEO Marc Walder hat sich die «Blick»-Führung erstmals zu Wort gemeldet. So haben CEO der Blick-Gruppe Ladina Heimgartner und der Blick-Chefredaktor Christian Dorer am Montagmorgen eine Mail an die Mitarbeitenden verfasst, die «Persoenlich.com» vorliegt. 

«Blick»-Führung nimmt Marc Walder in Schutz

Darin schreiben sie: «Blick wird unterstellt, dass wir zwei exklusive Beiträge durch die Kommunikation zwischen dem EDI und unserem CEO, Marc Walder, publizieren konnten. Dies ist falsch. Wir haben das Zustandekommen der beiden Beiträge über das Wochenende akribisch rekonstruiert.»

Weiter schreiben sie, dass der CEO Marc Walder sowohl bei dem Primeur über die Impfstoff-Beschaffung vom 11. November 2020 und als auch bei dem Primeur über die Lockerungen der Massnahmen vom 11. März «in keiner Weise involviert» gewesen sei. Stattdessen seien den beiden Artikeln Quellen der Politikchefin Sermîn Faki beziehungsweise von ihrem Stellvertreter Pascal Tischhauser und Bundeshausredaktor Ruedi Studer zugrunde gelegen. 

«Die Blick-Gruppe arbeitet unabhängig»

Ausserdem heisst es in der internen Mail: «Die Schweiz am Wochenende hat weder Ringier noch die Blick-Gruppe mit diesem Vorwurf konfrontiert, was wir bedauern.» Die «Blick»-Führung betont dabei: «Die Blick-Gruppe arbeitet unabhängig. Dass der CEO eines Medienunternehmens Kontakte zu Entscheidungsträgern aus Politik, Wirtschaft, Gesellschaft, Forschung und Kultur pflegt, ist ein üblicher Vorgang. Dies hat jedoch keinen Einfluss auf unsere Berichterstattung.»

Der Ringier-Verlag selbst hatte auf Presseanfragen geantwortet: «Weder die Ringer AG, Tochtergesellschaften, Organe noch Mitarbeitende sind Beschuldigte in diesem Verfahren. Ringier AG kooperiert mit den zuständigen Behörden, unter Wahrung des Quellenschutzes.» Weitere Kommentare werde es aufgrund des laufenden Verfahrens keine geben. 

Dem Berset-Sprecher Peter Lauener wird vorgeworfen, den Ringier-CEO regelmässig mit vertraulichen Informationen zur Corona-Politik des Bundes gefüttert haben. Walder selbst sagte gemäss dem Einvernahmeprotokoll, er habe während der Pandemie «vielleicht wöchentlich» Kontakt mit Lauener gehabt. Ein Sonderermittler vernimmt nun Berset, Lauener und Walder. 

Für alle Beteiligten gilt die Unschuldsvermutung.

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