Aktualisiert 05.09.2006 19:28

Marcel Hug Weltmeister über 10 000 m

Innerhalb von drei Stunden gewann der 20-jährige Rollstuhlsportler Marcel Hug (Luzern/Pfyn) an der Leichtathletik-WM der Behindertensportler in Assen (Ho) zwei Medaillen, darunter WM-Gold über 10 000 m.

Zuerst sicherte sich Hug überraschend Silber über 400 m, anschliessend dominierte er die Konkurrenz über 10 000 m und holte sich seinen ersten WM-Titel. Heinz Frei (Etziken) schob sich in diesem Rennen auf der letzten Runde noch auf Rang 3 vor und vervollständigte die Schweizer Medaillen-Ausbeute.

Marcel Hug bestimmte das 10 000-m-Rennen weitgehend. Er lag bei 3000 m und ab 5000 m bei jedem weiteren Kilometer an der Spitze des Feldes. Der bereits 48-jährige Weltrekordhalter Heinz Frei (20:25,90) hielt sich dagegen mehrheitlich im hinteren Teil des Feldes auf. Eine letztlich erfolgreiche Taktik.

«Das Rennen war langsam und damit musste ich nicht an meine Grenzen gehen», meinte Marcel Hug. Der 10 000er, so Hug, sei «die erste Titelchance gewesen». Über 400 m sei Silber überraschend gekommen.

Happiges Programm für Hug

Am dritten Wettkampftag musste Marcel Hug, der fünffache Europameister von 2005, ein Programm absolvieren, das bei andern Sportlern deutliche Spuren hinterlassen hätte: Halbfinal 1500m (11.10 Uhr) mit Final-Qualifikation, Final 400 m (17.20 Uhr) und 10 000m-Final (19.45 Uhr) standen auf dem Tagesplan. Wäre die Schweiz mit der 4x400-m-Staffel am Vortag nicht im Halbfinal ausgeschieden, hätte Marcel Hug vor dem Langdistanz-Rennen wie Heinz Frei noch eine weitere Bahnrunde drehen dürfen. Auf die um 18.55 Uhr angesetzte 400-m-Siegerehrung verzichtete Hug allerdings.

Lange ausruhen können sich Hug/Frei allerdings nicht, denn am Mittwoch folgt um 09.30 Uhr der Vorlauf über 5000 m.

Kolly Vierter

Der zweifache Paralympics-Goldmedaillengewinner Urs Kolly (Tafers) liess nach dem missglückten Weitsprung (6.) mit dem Diskus den erhofften Aufwärtstrend erkennen. Die Saisonbestleistung von 42,98 reichte für Rang 4 und beim 38-jährigen Siebenkämpfer zur Erkenntnis, er sei doch nicht zu alt, obwohl nur noch ein Holländer seiner Altersklasse angehöre.

5000-m-Weltmeisterin Edith Hunkeler (Egolzwil) und Silbermedaillen-Gewinnerin Sandra Graf (Gais) qualifizierten sich als Zweite ihrer Serie sicher für den 800-m-Final. Erstmals an einem internationalen Titelkampf wird der unterschenkelamputierte Sprinter Christoph Bausch (Pfäffikon) in der Titelausmarchung dabei sein. Mit 12,05 verpasste er seine persönliche Bestzeit nur um drei Hundertstelsekunden.

(si)

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