Aktualisiert 20.10.2006 13:13

Marcel Koller vor der «Woche der Wahrheit»

Für Marcel Koller hat die stürmische Jahreszeit begonnen. Der Schweizer Trainer des VfL Bochum läuft Gefahr, nach Peter Neururer (Hannover 96) zweites Opfer der gewohnt turbulenten Bundesliga-Herbstsaison zu werden.

Trotz des vor fünf Monaten geglückten Wiederaufstiegs in die höchste deutsche Spielklasse steht der 45-jährige Zürcher beim Revierklub im Gegenwind. Gut möglich, dass die beiden Heimspiele in der kommenden Woche gegen den Zweitligisten Karlsruher SC (Cup) sowie gegen Wolfsburg (Meisterschaft) über sein Schicksal in Bochum entscheiden. Bleiben Erfolge aus, könnten sich die bisherigen Treueschwüre der Vereinsspitze für den Zürcher als Lippenbekenntnisse erweisen.

Koller weiss, dass er unter besonderer Beobachtung steht: «Es ist klar, wenn du unten stehst und verlierst, wird alles auf den Trainer abgeladen. Ich muss das einstecken, auch wenn wir alle im selben Boot sitzen», klagte er nach der höchsten Heimniederlage (0:6) in der Vereinsgeschichte am vergangenen Samstag gegen Werder Bremen. Dennoch bringt er für die «Koller-Raus»-Rufe einiger Fans und die kritischen Medien-Kommentare nur bedingt Verständnis auf. «Ich kenne die Mechanismen. Aber warum muss es immer der Trainer sein? Die Statistiken beweisen, dass ein Trainerwechsel in dieser Situation nichts bringt.»

Noch geniesst der 55-fache Schweizer Internationale, der bei seiner ersten Bundesliga-Trainerstation in Köln zunächst als Entdecker von Lukas Podolski gefeiert, nach dem Bundesliga-Abstieg 2004 aber gefeuert worden war, das Vertrauen der Klubführung. Zwar sprach VfL-Chef Werner Altegoer nach dem Debakel gegen Bremen im «Kicker» verärgert von «Angsthasen-Fussball», dem Coach aber das Vertrauen aus. «Ich sags ganz deutlich, wir haben keine Trainerdiskussion.» Darüber hinaus warnte Sportvorstand Stefan Kuntz vor Aktionismus und attestierte Koller «gute Arbeit».

(si)

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