Medienchef der Stadtpolizei: Marco Cortesi verrät, was er nach der Pensionierung macht
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Medienchef der StadtpolizeiMarco Cortesi verrät, was er nach der Pensionierung macht

Der Medienchef der Stadtpolizei Zürich ist ein bekannter und gefragter Mann. Nach seiner Pensionierung will er Medientrainings anbieten.

von
Thomas Mathis

Darum gehts

  • Marco Cortesi ist seit über zehn Jahren Medienchef der Stadtpolizei.
  • Im Februar wird er laut einer Stellenausschreibung pensioniert.
  • Sein Know-how will er danach als Berater weitergeben.

Eine Geiselnahme im Kreis 3 fordert drei Todesopfer, stundenlange Krawalle am 1. Mai mit brennenden Autos und unzähligen Festnahmen oder Amok-Alarm im Zürcher Toni-Areal – Marco Cortesi ist immer dann vor Ort, wenn in Zürich etwas los ist. Auch am Telefon stellt sich der Medienchef der Stadtpolizei geduldig den Fragen der Journalisten. Manchmal muss er sich für das Handeln der Polizei rechtfertigen, manchmal darf er Prestigeprojekte präsentieren. Um eine Antwort ist er – einer der bekanntesten Polizisten der Schweiz – nie verlegen.

Seit fast 30 Jahren ist er beim Mediendienst der Stadtpolizei – mit 2150 Mitarbeitenden das drittgrösste Polizeikorps der Schweiz. Doch bald gibt er den Stab weiter an eine Nachfolgerin oder einen Nachfolger. Das geht aus einer Stellenausschreibung der Stadt Zürich vom Sommer hervor. Der Grund steht gleich im Inserat: «Unser langjähriger Chef Mediendienst Marco Cortesi geht in den Ruhestand.» Die Nachfolge soll die Funktion per Februar übernehmen.

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Umzingelt von Mikrofonen gibt Marco Cortesi Auskunft zu einer Geiselnahme  mit drei Toten im Kreis 3 in Zürich.

Umzingelt von Mikrofonen gibt Marco Cortesi Auskunft zu einer Geiselnahme mit drei Toten im Kreis 3 in Zürich.

KEYSTONE
Auch einen Drogenfund von mehr als 330 Kilogramm Haschisch und Marihuana durfte er den Medien präsentieren.

Auch einen Drogenfund von mehr als 330 Kilogramm Haschisch und Marihuana durfte er den Medien präsentieren.

KEYSTONE
Ende Januar tritt Cortesi in den Ruhestand. Für die Zeit danach hat er bereits Pläne.

Ende Januar tritt Cortesi in den Ruhestand. Für die Zeit danach hat er bereits Pläne.

20M

Im Stelleninserat war «eine ausgewiesene Medienspezialistin oder ein ausgewiesener Medienspezialist» mit polizeilichem Werdegang gesucht. Die Anforderungen sind hoch: grosse Erfahrung im Bereich Medienarbeit und Kommunikation, hohe Leistungsorientierung und Sozialkompetenz, sehr hohe Sprach- und Kommunikationskompetenz. Die Nachfolge ist für drei Mitarbeitende sowie das Medienpikett zuständig.

Website verrät Zukunftspläne

Zu seinen Zukunftsplänen wollte sich Cortesi im August nicht äussern. Das habe noch Zeit. Auf der kürzlich online aufgeschalteten Website cortesi-kommunikation.ch macht er die Pläne nun offiziell. Unter dem Titel «Krisen Meister(n)» bietet er unter anderem Medientrainings und Beratungen im Krisenmanagement an. «Ich glaube, Krisen- und Ereigniskommunikation ist, was ich am besten kann», sagt Cortesi auf Anfrage.

Ich freue mich darauf, auch wenn ich noch nicht weiss, ob das funktionieren wird.

Marco Cortesi, Medienchef Stadtpolizei Zürich

Im Angebot sind aber auch Referate. Er bietet an, aus seinem Leben zu erzählen und einen Blick hinter die Kulissen zu geben. Buchbar sind die Angebote erst ab der Zeit nach der Pensionierung, wie Cortesi präzisiert. «Ich freue mich darauf, auch wenn ich noch nicht weiss, ob das funktionieren wird.» Prominente Unterstützung hat er jedoch bereits: Die Liste der Testimonials ist lang und reicht von Schauspieler Mike Müller über Rechtsanwalt Valentin Landmann bis hin zu Unternehmer Peter Spuhler.

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