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Sponsoren und Unicef Marco Rima verliert Partner wegen Corona-Kritik

Marco Rima tritt als Kritiker der Corona-Massnahmen auf. Nach eigenen Angaben wenden sich seine Sponsoren und Partner von ihm ab.

von
Leo Hurni

Marco Rima spricht über seine Beziehung zu SRF.

Darum gehts

  • Marco Rima zeigt Zweifel an der Corona-Politik.

  • Unter anderem unterstützt er eine Initiative gegen eine Impfpflicht.

  • Seine Sponsoren freuts weniger: Einige sollen sich von ihm abwenden.

Der Comedian Marco Rima äussert regelmässig seine Zweifel an der Corona-Politik. Kürzlich sorgte für Schlagzeilen, dass Rima zusammen mit Impfgegner Unterschriften gegen eine Impfpflicht sammelt. Für Aufsehen sorgte er auch mit einem umstrittenen Auftritt an einer Corona-Skeptiker-Demo im Spätsommer oder mit einem Facebook-Beitrag, in dem er die Maskenpflicht kritisierte.

Rimas politisches Engagement hat nun erste Konsequenzen. Auf Youtube gab er dem Corona-Skeptiker Daniel Stricker ein Interview. Dort berichtet er, dass zahlreiche Sponsoren von ihm abgerückt seien. Laut Rima haben diese das Gefühl, dass sie zum Schutz ihrer Kunden eine Partnerschaft mit ihm stoppen müssten. «Wenn man sich als öffentliche Person aus dem Fenster lehnt, dann hat das auch Nachteile. Das ist auch okay.»

Hier spricht Marco Rima über Sponsoren, die sich von Rima verabschieden.

Unicef-Sammelaktion verzichtet auf Zusammenarbeit

Selbst sein Engagement für das Kinderhilfswerk Unicef sei betroffen. 20 Jahre lang sei er Supporter der Sternenwochen gewesen. Bei diesem Projekt sammelt das Hilfswerk zusammen mit der Zeitschrift «Schweizer Familie», die wie 20 Minuten zur TX Group gehört, für Kinder in Not – dieses Jahr unter dem Motto «Corona kennt keine Grenzen», um die Folgen der Covid-Pandemie für Kinder zu lindern. Rima sagt, Unicef habe ihn aus dem Projekt rausgeworfen, da er Impfgegner sei. «Das hat mich sauer gemacht, denn ich bin gar kein Impfgegner.»

Bei Unicef heisst es, dass bei Rima nicht von einem Rauswurf gesprochen werden könne, zumal das Engagement unverbindlich sei und nicht jedes Jahr im gleichen Umfang stattfinde. Pressesprecher Jürg Keim sagt: «Unicef Schweiz und Liechtenstein hat Marco Rima in keiner Weise als Impfgegner bezeichnet. Korrekt ist vielmehr, dass sich Marco Rima diesen Sommer gegen die von Bund angeordneten Massnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie stark gemacht. Diese Auffassung mag für Marco Rima wichtig und richtig sein, sie lässt sich jedoch mit den Grundprinzipien von Unicef nicht vereinbaren.»

Aufgrund der Haltung Rimas gegenüber der Corona-Massnahmen habe man deshalb in Absprache mit der Schweizer Familie› entschieden, dass unter der aktuellen Situation ein Engagement von Marco Rima für die Sternenwochen nicht angezeigt sei.

Marco Rima zu seinem Rauswurf aus der Unicef.

Rima attackiert auch SRF

Rima greift auf das Schweiter Radio und Fernsehen (SRF) Frontal an. So sagt Rima in der Sendung, SRF habe sein letztes Programm «Just for Fun» im kommenden Jahr zeigen wollen. Nun sei es gestrichen worden. «Das sind entweder alles Angsthasen oder sie trauen nicht einmal eine eigene Meinung an den Tag zu legen.» Zudem habe er mit SRG- Chef Gilles Marchand gesprochen, so Rima: «Ich habe Marchand gesagt: ‹Wenn du mit diesen Leuten deine Ideen umsetzen willst und diese Schlacht gewinnen willst, dann hast du verloren.›»

Das SRF widerspricht Rimas Darstellung: «Die im Video angesprochene Produktion ‹Just for Fun› wurde bereits am 29. Februar 2020 bei SRF ausgestrahlt – die Entscheidung zu einer allfälligen Wiederholung der Sendung fällen wir aus rein programmplanerischer Sicht. Zu weiteren Projekten gab es keine Gespräche mit Marco Rima», so Pressesprecherin Eva Wismer. Marco Rima war für ein Gespräch nicht zu erreichen.

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Hier findest du Hilfe:

BAG-Infoline Coronavirus, Tel. 058 463 00 00

Dureschnufe.ch, Plattform für psychische Gesundheit rund um Corona

Branchenhilfe.ch, Ratgeber für betroffene Wirtschaftszweige

Pro Juventute, Tel. 147

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