3 mit Drama: «Marco sabbert anderen Frauen nach und ich drehe durch!»

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3 mit Drama«Marco sabbert anderen Frauen nach und ich drehe durch!»

Bei Ellas Revival mit Marco knirscht es, weil er plötzlich jedem Röckli nachschaut.

von
Ella
Zora Schaad
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Marco behauptet, wegen seiner Triebe allen Frauen nachgeifern zu müssen. Ella sieht das anders.

Marco behauptet, wegen seiner Triebe allen Frauen nachgeifern zu müssen. Ella sieht das anders.

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Sie ist Single mit wechselnden Liebschaften. Verliebt sich wahllos, hat schwielige Finger vom Tinder-Swipen und sucht Mr. Right immer da, wo er gerade nicht ist. (Symbolbild)
Ella

Sie ist Single mit wechselnden Liebschaften. Verliebt sich wahllos, hat schwielige Finger vom Tinder-Swipen und sucht Mr. Right immer da, wo er gerade nicht ist. (Symbolbild)

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Darum gehts

  • Seit es Sommer ist, geifert Marco anderen Frauen hinterher.

  • Obwohl sie nicht richtig zusammen sind, stört sich Ella daran.

  • Nachdem Marco alles auf seine Triebe schiebt, wird Ella hässig.

Gerade, als ich mich daran gewöhnt habe, dass Marcos Babykatze Ellinchen immer zu uns ins Bett hüpfen will, wenn wir Sex haben, kommt das nächste Problem: Marco geifert plötzlich jeder Frau nach. Echt, seit der Sommer so richtig da ist und überall kurze Röcke durch die Gegend getragen werden und leichte Fähnchen pralle Busen kaum bedecken, ist es um ihn geschehen.

Er unterbricht sich mitten im Satz und guckt auf Beine, Pos und Brüste, und es fehlt nur wenig, dass ihm der Sabber runterläuft. Danach weiss er nicht mehr, was er eben erzählt hat. Wir können in der Öffentlichkeit kein normales Gespräch mehr führen.

«Was Marco bietet ist nicht nur peinlich, es verletzt mich auch!»

Nun ist es so, dass auch ich gerne Brüste, Pos und Beine anderer Frauen ansehe, aber was Marco bietet, ist nicht nur über der Peinlichkeitsgrenze, sondern es verletzt mich auch. Es ist eine Sache, was er tut, wenn er mit seinen Bros abhängt oder alleine unterwegs ist, aber wenn er es neben mir tut, finde ich es eklig. Wobei, stimmt so halb: Die Art, wie er Frauen anschaut, geht eigentlich gar nie. Es ist aufdringlich, ein sexistischer Move, auch wenn er die Frauen nicht catcallt, also nicht pfeift, keine obszönen Gesten oder Sprüche macht.

Es ist ein Ausziehen mit den Augen und damit, finde ich, macht er die Frauen ungefragt zu seinem Lustobjekt. Sitze ich daneben, schäme ich mich fremd. Sind meine Freund*innen dabei, möchte ich im Boden versinken. Und dazu ertappe ich mich beim blöden Gedanken, ob meine Brüste, Arsch und Beine weniger gut sind als die der anderen. Ob ihm meine Rundungen nicht genügen.

«Menschen können ihre Triebe sehr wohl in Schach halten»

«Ich kann nicht anders, Ella», sagt Marco entschuldigend, als ich ihn zur Rede stelle, und schaut mich mit seinem Hundeblick an. «Ich bin ein Mann, ich bin wie ein Affe vor einer Banane, es ist mein Trieb!» Ich werde wütend: «Mit der gleichen Sch****argumentation sagen Typen, dass Frauen in Minis selbst schuld sind, wenn sie vergewaltigt werden», knalle ich ihm an den Kopf. Und weil ich so hässig bin, knalle ich auch die Tür hinter mir zu und rausche aus der Wohnung. Ich weiss nicht genau, wie das mit den Affen und den Bananen ist. Aber eins weiss ich: Menschen können ihre Triebe sehr wohl in Schach halten. Wir sind ihnen nicht willenlos ausgeliefert. Auch testosterongesteuerte Männer bei 30 Grad im Schatten nicht.

Nun ist es aber ja so, dass Marco und ich nicht so richtig ein Paar sind, aber Friendzone trifft es eben auch nicht. Was er mir auch sofort vorhält, als wir uns das nächste Mal sehen: «Ella, sorry, aber wir sind ja nicht würkli zusammen, da kann ich doch anderen Frauen nachgucken, solange ich will.» Ich halte Marco einen Vortrag über die grassierende Objektivierung der Frau und wie diese mit sexueller Gewalt zusammenhängt. Ich habe extra gegoogelt vor meiner Rede.

«Ist Marco vielleicht doch kein hoffnungsloser Fall?»

«Alle zwei Wochen wird in der Schweiz eine Frau durch einen Mann getötet. Jede fünfte Frau hierzulande hat sexuelle Gewalt erlebt. Und sechs von zehn Frauen wurden sexuell belästigt. Ich bin eine von ihnen! Und das alles, weil Männer denken, Frauen kontrollieren, besitzen und begrapschen zu dürfen! Begaffen ist der erste Schritt dazu, du Macho!» Marco schweigt. Ellinchen springt auf seinen Schoss. Als er sie streicheln will, faucht sie ihn an. «Gehörst du auch zur feministischen Kampftruppe?», fragt Marco, und lässt die Schultern sinken. Dann schaut er mir in die Augen. «Es tut mir leid, Ella. Es war mir zu wenig bewusst. Danke für den Hinweis.» Ich bin baff. So einfach geht das mit Marco? Ist er vielleicht doch kein hoffnungsloser Fall?

Ellinchen kommt zurück und reibt sich an Marcos Beinen. Auch sie hat ihm verziehen. Zu dritt gucken wir uns einen Tierfilm an und kuscheln mit Katzenleckerli und Chocolate Cookies auf dem Sofa. Dann furzt Ellinchen. Hello again, reality. Es war ganz schön ohne dich.

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Drei mit Drama

Ella, Lars und Bruce heissen in Wirklichkeit gar nicht so und auch einige Angaben sind geändert. Was aber stimmt: ihr Shit mit dem Herz. Die drei Besties teilen Küche, Klatsch und Kummer. Mit sich – und mit euch. Eigentlich auf der Suche nach dem Perfect Other stolpern sie allzu oft über stalkende Exen, prickelnde Tensions – vor allem aber über sich selbst. Läuft bei uns! 20 Minuten erzählen sie exklusiv von ihrem Love Struggle. 

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Feel-ok, Informationen für Jugendliche

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

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