Marco W. bleibt in Untersuchungshaft
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Marco W. bleibt in Untersuchungshaft

Auch nach einem knappen halben Jahr in türkischer Untersuchungshaft muss der 17-jährige Uelzener Schüler Marco W. weiter im Gefängnis ausharren.

Ein Gericht in Antalya entschied am Freitag, dass der 17-Jährige bis zur Fortsetzung des Prozesses am 26. Oktober nicht freikommt.

Der Anwalt des Mädchens, Omar Aycan, sagte, das Gericht warte auf die Aussage des Mädchens. Aycan erklärte, er dringe auf eine Anklage des Schülers wegen Vergewaltigung anstelle von sexuellem Missbrauch.

Laut Medienberichten gab Charlottes Anwalt deren Aussage mit den Worten wieder: «Ich ziehe meine Anzeige nicht zurück. Er hat mich gegen meinen Willen vergewaltigt. Ich will, dass er hart bestraft wird.» Charlottes Familie tritt als Nebenkläger auf.

Charlotte soll vernommen werden

Matthias Waldraff will das türkische Gericht, dass die 13-Jährige in England vernommen wird, und hat ein entsprechendes Rechtshilfeersuchen gestellt. Dem Anwalt der Familie zufolge sei Charlotte zwischenzeitlich in Manchester vernommen worden. Das Vernehmungsprotokoll liege aber noch nicht vor.

Waldraff, der sich in Antalya aufhält, betonte, auch nach türkischem Recht dürfe man in einem nichtöffentlichen Prozess nicht aus Vernehmungsprotokollen zitieren. Ein solches Vorgehen sei unseriös. «Hier wird massiv versucht, von Seiten der Nebenklage Einfluss zu nehmen», kritisierte Waldraff. Er verwies zudem darauf, dass in einer relativ zeitnahen Aussage des Mädchens in Antalya keine Rede von Gewalt gewesen sei. Dies stehe im Gegensatz zur der neuen Aussage des Anwalts.

«Er schlägt sich wacker»

Die neuerliche Entscheidung des Gerichts am fünften Tag der Hauptverhandlung, Marco W. weiter in U-Haft zu lassen, bezeichnete Waldraff als «unverhältnismässig». Man werde über die türkischen Anwälte Beschwerde einlegen. Waldraff und sein Kollege Michael Nagel unterstützen die drei türkischen Anwälte W.s, sind vor Ort aber nicht im Gericht dabei. Zudem wird Marcos Familie von einem Uelzener Anwalt vertreten.

Zum Zustand Marco W.s nach der Entscheidung des Gerichts sagte Waldraff, der Schüler und seine Familie hätten mit einer solchen Entscheidung gerechnet und seien darauf eingestellt gewesen. «Es hat ihn nicht umgehauen.» Marco W. sei vor allem nach der langen U-Haft angeschlagen, «aber er schlägt sich wacker, wie die Eltern auch».

(dapd)

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