Aargau: Marderhund in freier Wildbahn gesichtet
Aktualisiert

AargauMarderhund in freier Wildbahn gesichtet

Innerhalb von zehn Tagen wurde ein Marderhund zweimal im Aargau gesichtet – und fotografiert. Das seltene Tier sollte sich jedoch von Jägern fernhalten.

von
num
Marcel Straumann konnte den Marderhund in Bözberg beobachten.

Marcel Straumann konnte den Marderhund in Bözberg beobachten.

Marderhunde sind in der Schweiz äusserst rar: Seit 1997 gab es nur neun gesicherte Nachweise des Tieres, die meisten davon aus der Nordschweiz. Nun wurden innert kurzer Zeit gleich mehrere Sichtungen der Raubtier-Meldestelle Kora gemeldet. Je eine aus dem Zürcher und dem Berner Oberland sowie zwei aus Bözberg AG.

In Bözberg war es Marcel Straumann, der das Tier zum ersten Mal Mitte April beim Joggen antraf. «Es ist etwa fünf Meter von mir entfernt durch den Wald gestreift und hat sich überhaupt nicht um mich gekümmert.» Er habe schnell gemerkt, dass es kein Fuchs oder Dachs sein könne. Zuhause habe er recherchiert und festgestellt, dass er einen Marderhund gesehen habe.

Einige Tage später traf er das Tier auf einem Spaziergang per Zufall erneut an: «Ich habe nicht aktiv nach dem Marderhund gesucht, aber plötzlich überquerte er vor mir den Weg. Wieder nahm er keine Notiz von mir und verschwand im Wald.» Es habe gerade noch gereicht, um ein Foto zu schiessen.

Jäger schiessen das Tier ab

Der Marderhund kommt laut der Meldestelle Kora ursprünglich aus dem Fernen Osten – China, Japan, Korea, Mongolei und Russland. Nach Europa kam er, da er zur Zucht auf Pelzfarmen eingeführt wurde. Viele Tiere entwichen oder wurden aktiv freigelassen.

In der Schweiz ist das Tier aber nicht erwünscht. Erwin Osterwalder von der Abteilung Jagd und Fischerei des Kanton Aargau sagt zur «Aargauer Zeitung»: «Der Marderhund ist ein Konkurrent für Fuchs, Dachs und diverse Marderarten. Deshalb sind Jäger angehalten, Marderhunde zu erlegen, wenn sie diese antreffen.» Ein spezieller Auftrag an Jäger werde jedoch nicht erteilt.

Deine Meinung