Kalifornien - Marihuana-Pflanzer stehlen wegen extremer Dürre Milliarden Liter Wasser
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KalifornienMarihuana-Pflanzer stehlen wegen extremer Dürre Milliarden Liter Wasser

Die extreme Trockenheit im Westen der USA hat Wasser zu einem besonders wertvollen Gut gemacht. Diebe stehlen es kubikmeterweise – oft auch für illegale Marihuana-Plantagen.

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Viele Seen im Westen der USA – hier der Salton Lake in Kalifornien – haben rekordtiefe Level erreicht.

Viele Seen im Westen der USA – hier der Salton Lake in Kalifornien – haben rekordtiefe Level erreicht.

Reuters
Die Pegel sind bedrohlich zurückgegangen.

Die Pegel sind bedrohlich zurückgegangen.

AFP
Die Bevölkerung ist angehalten, sparsam mit Wasser umzugehen.

Die Bevölkerung ist angehalten, sparsam mit Wasser umzugehen.

AFP

Darum gehts

  • Angesichts aussergewöhnlicher Trockenheit häufen sich im Westen der USA Wasserdiebstähle.

  • Vor allem illegale Marihuana-Pflanzer stehlen das begehrte Gut im grossen Stil.

  • Bislang gab es in diesem Zusammenhang über 900 Verhaftungen.

Seit Wochen herrscht im Westen der Vereinigten Staaten eine aussergewöhnliche Trockenheit: Immer mehr als Reservoir genutzte Seen sind auf rekordtiefe Pegel gesunken. Die Bevölkerung, etwa in Kalifornien, ist angehalten, Wasser zu sparen, Farmer müssen teils ihre Felder und Plantagen aufgeben.

Das hat Folgen: Der Diebstahl von Wasser ist zu einem lukrativen Geschäft geworden und hat ein Ausmass erreicht, wie es der Bundesstaat bislang noch nie erlebte. Wie CNN berichtet, sind seit 2013 insgesamt 45 Milliarden Liter des wertvollen Guts illegal abgezapft worden, etwa von Feuerhydranten, aus Reservoirs, mit dem Abpumpen aus Gewässern oder durch das Anbohren von Wasserleitungen. Bisweilen wird das Wasser gar unter Waffengewalt von Landwirten geraubt. Manche Gemeinden sahen sich gezwungen, Hydranten mit Schlössern zu sichern oder ganz abzubauen.

Oft sind die Diebe Betreiber illegaler Marihuana-Plantagen. «Der Diebstahl von Wasser war noch nie so ernst», weiss John Nores, ehemaliger Leiter des Marihuana-Bekämpfungsteams der kalifornischen Fischerei- und Wildtierbehörde. Und Jeremiah LaRue, Sheriff des besonders stark betroffenen Siskiyou County im Norden des Staates, sagt: «Der Wasserdiebstahl für Marihuana-Anbau hat einen grossen Einfluss auf den Grundwasserlevel erreicht. In Antelope Valley im Süden des Bundesstaats brach im vergangenen Jahr sogar die Wasserversorgung zusammen, weil Diebe lastwagenweise Wasser abzapften und abtransportierten.

900 Verhaftungen von Wasserdieben

Derzeit erreicht Kalifornien die traditionell heisseste und trockenste Zeit des Jahres. Zudem wüten bereits jetzt riesige Waldbrände, die das Problem weiter verstärken. Nicht selten mangelt es an Löschwasser für die Brandbekämpfer. Der Kampf gegen den Wasserklau wird für den Staat so immer existenzieller. Bisher tätigten die Behörden in Kalifornien 900 Festnahmen und entfernten über 600 Kilometer illegaler Leitungen, mit denen Wasser abgezapft wurde.

«Weil der Staat sich einem weiteren Wasser-Notstand nähert, müssen wir unbedingt sicherstellen, dass diese Aktivitäten den Wassermangel nicht noch mehr verstärken», sagt Kathryn Barger vom Los Angeles County. Gemäss der «Desert Sun» wurden bisher 125 Anzeigen wegen Wasserdiebstahls eingereicht, doppelt so viele wie vor zehn Jahren. «Sie klauen das Wasser auf jede Art, die man sich ausdenken kann», so Matt Kendall, Sheriff des Mendocino County. «Und, herrje, jeder weiss was hier abgeht.»

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(trx)

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