Sargans SG: Marija (17) wird nach Serbien ausgeschafft

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Sargans SGMarija (17) wird nach Serbien ausgeschafft

Die 17-jährige Marija Milunovic kämpft seit Monaten dafür, in der Schweiz zu bleiben. Mit wenig Erfolg.

von
jeb
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Marija Milunovic lebt seit zwei Jahren in der Schweiz. Sie ist bestens integriert und besucht die Realschule in Sargans. Sie hat eine Lehrstelle im Kantonsspital in Glarus bekommen.

Marija Milunovic lebt seit zwei Jahren in der Schweiz. Sie ist bestens integriert und besucht die Realschule in Sargans. Sie hat eine Lehrstelle im Kantonsspital in Glarus bekommen.

zVg
Marija ist leidenschaftliche Fussballerin ...

Marija ist leidenschaftliche Fussballerin ...

zVg
... und spielt beim FC Balzers in Liechtenstein. (Mittlere Reihe, 3. v. l.)

... und spielt beim FC Balzers in Liechtenstein. (Mittlere Reihe, 3. v. l.)

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Sie hat in kürzester Zeit Deutsch gelernt, spielt leidenschaftlich Fussball beim FC Balzers und wollte im Sommer 2016 ihre Lehrstelle als Fachfrau Gesundheit im Kantonsspital Glarus antreten. Doch wegen der fehlenden Aufenthaltsbewilligung wurde ihr die Ausbildung verwehrt.

Am Donnerstag wurde Marija vom Migrationsamt St. Gallen mitgeteilt, dass sie die Schweiz definitiv verlassen muss. Grundlage dafür ist ein Bundesgerichtsentscheid, der besagt, dass eine Rückkehr nach Serbien zumutbar sei und ihr Aufenthalt in der Schweiz rechtswidrig erfolgte.

Vom Vater geschlagen

Laut FM1Today ist Marija verzweifelt. Sie wisse nicht, wohin sie in Serbien gehen soll. Zum Vater habe sie kein gutes Verhältnis, dieser habe sie geschlagen. Vor der Ausreise in die Schweiz habe sie bei einer Tante gelebt. Doch zu dieser könne sie nicht zurückkehren, da die Tante an Depressionen leidet.

Marija kam im Sommer 2014 zu ihrer Mutter in die Schweiz. Die Mutter hatte gesetzliche Fristen für den Familiennachzug verpasst, weshalb Marija keine Aufenthaltsbewilligung bekam.

Entscheid stösst auf Unverständnis

Bei der Bevölkerung im Sarganserland konnte man diesen Entscheid nicht nachvollziehen, da sich Marija bestens integriert habe. Um sie zu unterstützen, wurde eine Petition lanciert und ihr Fussballverein organisierte ein Benefizspiel. Zudem wurde im St. Galler Kantonsrat eine einfache Anfrage an die Regierung eingereicht. Alles ohne Erfolg. Marija wird die Schweiz bald verlassen müssen.

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