Nach Ausschaffung: «Marija bekommt ein Visum für Liechtenstein»

Aktualisiert

Nach Ausschaffung«Marija bekommt ein Visum für Liechtenstein»

Das bange Warten hat für die Familie Milunovic ein Ende: Am Donnerstag kam der Entscheid, dass die 18-Jährige ein Visum für Liechtenstein erhält.

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taw/jeb
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Marija wurde am 14. Februar 2017 von der Schweiz nach Serbien ausgeschafft. Bald wird sie jedoch nach Liechtenstein reisen. Denn am 6. April wurde bekannt, dass sie ein Visum erhält.

Marija wurde am 14. Februar 2017 von der Schweiz nach Serbien ausgeschafft. Bald wird sie jedoch nach Liechtenstein reisen. Denn am 6. April wurde bekannt, dass sie ein Visum erhält.

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Marija integrierte sich vorbildlich in der Schweiz. Trotzdem erhielt sie keine Aufenthaltsbewilligung. Die 18-jährige Serbin spielte erfolgreich ...

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zvg
... und mit Leidenschaft Fussball ...

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«Heute war die frohe Botschaft in der Post», sagt Anwalt Urs Bertschinger am Donnerstagabend zu 20 Minuten. Im Schreiben vom Liechtensteiner Passamt heisst es, dass die Ermächtigung für die Ausstellung des Visums für den Kurzaufenthalterstatus erteilt wurde.

«Das heisst, Marija kann in den nächsten Tagen auf die Schweizer Botschaft in Belgrad gehen und ihr Visum abholen», erläutert Bertschinger. Da Liechtenstein über keine Botschaft in Serbien verfügt und die Schweiz konsularische Aufgaben für das Fürstentum übernimmt, wird das Visum in der Schweizer Botschaft ausgestellt.

Baldige Reise nach Liechtenstein

Der Papierkrieg ist jedoch noch nicht zu Ende. Damit Marija definitiv als Au-Pair in Liechtenstein arbeiten kann, müssen beim Liechtensteiner Passamt noch weitere Dokumente wie ein Versicherungsnachweis der Krankenkasse, ein aktueller Arbeitsvertrag und die Bestätigung des absolvierten Deutschkurses eingereicht werden.

Doch das seien laut Anwalt nur noch Kleinigkeiten, die problemlos erledigt werden könnten. Wichtig sei, dass das Visum erteilt wurde. «Marija kann sofort nach dem Besuch auf der Botschaft nach Liechtenstein reisen.»

Marija überglücklich

«Ich bin überglücklich», sagt Marija Milunovic auf Anfrage von 20 Minuten. Sie habe die Hoffnung nie aufgegeben. Für sie sei immer klar gewesen, dass man positiv denken müssen, nur so komme auch Positives zu einem. Manchmal brauche das Glück eben etwas Geduld.

Auch Svetlana Schwendinger, Marijas Mutter, ist überglücklich: «Ich bin einfach nur erleichtert und glücklich.» Endlich eine positive Nachricht, nach so langer Zeit und dem ganzen Hin und Her. Natürlich habe sie die Hoffnung nie aufgegeben, dennoch sei die letzte Zeit sehr nervenaufreibend gewesen.

Nur vorübergehende Lösung

Die Au-Pair-Stelle in Liechtenstein sei aber nur eine vorübergehende Lösung für ein Jahr. Ziel sei es, dass Marija eine Ausbildung in Deutschland oder Österreich anfangen kann. «Aber Hauptsache, sie kommt jetzt wieder in meine Nähe», so Schwendinger.

Den Termin auf der Botschaft werde Marija so schnell wie möglich wahrnehmen. Ihre Mutter hofft, dass sie die Tochter schon nächste Woche wieder in ihre Arme schliessen kann.

Der Fall Milunovic

Die 18-Jährige wurde am 13. Februar 2017 in Sargans SG bei ihrer Mutter von der Polizei abgeholt. Schon einen Tag danach wurde sie in den Flieger gesetzt und nach Serbien ausgeschafft.

Zuvor lebte sie etwa zweieinhalb Jahre in der Schweiz. Sie hatte sich bestens integriert, spielte Fussball beim FC Balzers und hätte vergangenen Sommer eine Lehrstelle als Fachfrau Gesundheit im Kantonsspital Glarus antreten sollen. Das ging allerdings nicht, weil bis zum Lehrbeginn der Aufenthaltsstatus nicht geklärt war. Vor der Ausweisung machte sie im Rahmen des 10. Schuljahres ein Praktikum bei einer Familie.

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