Sargans SG: Marija hat Au-pair-Stelle in Liechtenstein
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Sargans SGMarija hat Au-pair-Stelle in Liechtenstein

Marija Milunovic darf definitiv ein Jahr im Fürstentum Liechtenstein als Au-pair arbeiten. Eine Familie aus Balzers nimmt die 17-Jährige auf.

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luh
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Marjia Milunovic würde gerne ein Jahr im Fürstentum Liechtenstein als Au-Pair arbeiten.

Marjia Milunovic würde gerne ein Jahr im Fürstentum Liechtenstein als Au-Pair arbeiten.

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Eine Familie in Balzers (FL) würde die 17-Jährige aufnehmen. Marija lebt seit rund zwei Jahren in der Schweiz. Sie ist bestens integriert.

Eine Familie in Balzers (FL) würde die 17-Jährige aufnehmen. Marija lebt seit rund zwei Jahren in der Schweiz. Sie ist bestens integriert.

zvg
Marija ist leidenschaftliche Fussballerin ...

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«Mir ist ein Stein vom Herzen gefallen», so Marija Milunovics ehemaliger Trainer Armin Kekic. Am Dienstag habe die Familie aus Balzers definitiv bestätigt, dass sie Marija für ein Jahr als Au-Pair aufnehmen werde. «Es ist eine super Lösung, Marija kann weiterhin beim FC Balzers Fussball spielen und ist in der Nähe ihrer Mutter», sagt Kekic erleichtert. Die letzten Dokumente seien eingereicht worden und in zwei bis drei Wochen sollten diese genehmigt werden. «Nach Beginn des neuen Jahres sollte Marija bei der Familie anfangen können», so Kekic.

Auch die Familie freue sich sehr, dass sie der 17-Jährigen helfen könne. Der Familienvater sei durch die mediale Berichterstattung auf Marija aufmerksam geworden und habe sich dann via Facebook bei Kekic gemeldet. Die Familie mit drei Kindern habe Marija herzlich willkommen geheissen. «Marija hat sich sofort wohl gefühlt und die Familie habe sie direkt ins Herz geschlossen», sagt Kekic und ergänzt: «Sie ist in guter Hand.»

Auch Marija freut sich gegenüber «FM1 Today» über die Zusage: «Ich hätte das nie gedacht. Es ist sehr schwierig, eine Au-pair-Stelle zu finden. Jetzt bin ich überglücklich und froh, endlich einmal positive Nachrichten zu bekommen.»

Aufgeben ist keine Option

Für Kekic ist die Au-pair-Stelle ein erster Schritt, doch längerfristig sei das Ziel, dass Marija in der Schweiz eine Lehre beginnen und wieder bei ihrer Mutter leben könne. Er denkt nicht ans Aufgeben: Im Moment prüfe ein Kinderrechtler, ob das Migrationsamt St. Gallen gegen das Kinderrecht verstossen hat. «Marija wurde nie gefragt, was sie eigentlich will», sagt Kekic. Ausserdem habe man Kontakt mit dem St. Galler Ständerat Paul Rechsteiner gesucht. Kekic hofft, dass der SP-Politiker weiterhelfen kann.

Zudem sucht Kekic nach Spendern, die helfen, die mehrere tausend Franken hohen Anwaltskosten, zu bezahlen. «Ich hoffe, dass wir noch Spenden für Marija erhalten. Es wäre das schönste Weihnachtsgeschenk für sie.»

Vorübergehende Lösung

Marija lebt seit zweieinhalb Jahren in der Schweiz und hat sich bestens integriert, spielt Fussball beim FC Balzers und hätte diesen Sommer eine Lehrstelle als Fachfrau Gesundheit im Kantonsspital Glarus antreten sollen. Das ging allerdings nicht, weil bis zum Lehrbeginn der Aufenthaltsstatus nicht geklärt war.

Derzeit macht sie im Rahmen des zehnten Schuljahres ein Praktikum bei einer Familie, wo sie die Kinder betreut. Trotzdem soll die 17-Jährige die Schweiz nun definitiv verlassen. Die Au-pair-Stelle im Fürstentum ermöglicht ihr, vorerst in der Region zu bleiben.

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