Drohende Ausschaffung: Marija hat ihre Lehrstelle verloren

Aktualisiert

Drohende AusschaffungMarija hat ihre Lehrstelle verloren

Die 17-jährige Marija Milunovic, die nach Serbien ausgeschafft werden soll, hat nun ihre Lehrstelle verloren. Doch ihr Anwalt gibt nicht auf.

von
afa
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Marija Milunovic lebt seit zwei Jahren in der Schweiz. Sie ist bestens integriert und besucht die Realschule in Sargans. Sie hat eine Lehrstelle im Kantonsspital in Glarus bekommen.

Marija Milunovic lebt seit zwei Jahren in der Schweiz. Sie ist bestens integriert und besucht die Realschule in Sargans. Sie hat eine Lehrstelle im Kantonsspital in Glarus bekommen.

zVg
Marija ist leidenschaftliche Fussballerin ...

Marija ist leidenschaftliche Fussballerin ...

zVg
... und spielt beim FC Balzers in Liechtenstein. (Mittlere Reihe, 3. v. l.)

... und spielt beim FC Balzers in Liechtenstein. (Mittlere Reihe, 3. v. l.)

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Die 17-jährige Marija Milunovic aus Sargans SG kämpft seit Monaten gegen eine Ausschaffung nach Serbien. Bisher erfolglos. Nun erlitt sie einen weiteren Rückschlag. Ihre Lehrstelle als Fachfrau Gesundheit im Kantonsspital Glarus musste weitervermittelt werden. Das bestätigt Dorothea Suter, Leiterin der Pflegeschule Glarus. Diese Entscheidung musste getroffen werden, weil der Art. 11 des Ausländergesetzes vorgibt, dass Ausländer, die in der Schweiz arbeiten wollen, eine Aufenthaltsbewilligung benötigen.

Für Urs Bertschinger, Anwalt von Marija, ist Aufgeben dennoch keine Option. «Es ist noch eine Beschwerde beim Verwaltungsgericht in St. Gallen wegen der Abweisung des Härtefallgesuchs bzw. des Nichteintretens auf das Gesuch um vorläufige Aufnahme hängig.» Allerdings könne es mindestens drei bis vier Monate dauern, bis das Verwaltungsgericht dazu Stellung beziehe und einen Entscheid darüber fällt. Zudem laufe noch ein Strafverfahren gegen Marija wegen illegalen Aufenthaltes in der Schweiz. «Wir sind der festen Auffassung, dass dieser Tatbestand nicht erfüllt ist», sagt Bertschinger. Marijas Mutter habe schliesslich das alleinige Sorgerecht und somit das Aufenthaltsbestimmungsrecht für ihre Tochter und lebe in der Schweiz. Mithin liege ein gesetzlicher Rechtfertigungsgrund vor.

Potentielle Lösung ist in Sicht

Laut Bertschinger gibt es allenfalls einen Lichtblick. Marija habe eventuell die Möglichkeit, als Au Pair im Fürstentum Liechtenstein für etwa eineinhalb Jahre zu arbeiten. «Ich glaube fest daran, eine Lösung für Marija zu finden», sagt Bertschinger.

Auch Marijas Fussballtrainer Armin Kekic, der sie gemeinsam mit ihrer Mannschaft unterstützt, will nicht aufgeben: «Marija hat zwar ihre Lehrstelle verloren, aber wir kämpfen weiter!» Er sei immer noch am Spendengelder sammeln. Bisher sei die Ausbeute eher gering ausgefallen. «Ich appelliere an alle, weiterhin zu spenden, damit Marija in der Schweiz bleiben kann», so Kekic. Sie würden alles tun, damit es ihr besser geht und sie bei ihrer Mutter bleiben könne. «Marija geht es nicht gut und wir hören nicht auf zu hoffen.»

Die 17-jährige Marija kam vor zwei Jahren aus Serbien in die Schweiz und lebt bei ihrer Mutter in Sargans. Sie hat sich bestens integriert und spielt Fussball beim FC Balzers. Dennoch soll sie ausgeschafft werden. Und das, obwohl sie in kürzester Zeit Deutsch gelernt hat.

Spendenkonto

Der FC Balzers hat ein Spendenkonto eingerichtet:

FC Balzers (Marija Milunovic)

IBAN: LI91 0880 0904 2570 1200 1

Liechtensteinische Landesbank

9490 Vaduz

Bitte als Zahlungszweck Marija Milunovic angeben.

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