Ausgeschafft: Marija in Serbien – aber im Hotel statt beim Vater

Aktualisiert

AusgeschafftMarija in Serbien – aber im Hotel statt beim Vater

Am Dienstagmorgen wurde die Ausschaffung der 17-jährigen Marija Milunovic vollzogen. In Serbien wurde sie von ihrem Vater am Flughafen abgeholt.

von
taw/luh
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Marjia wurde am Montag, 13. Februar 2017 von der Polizei abgeholt und in Ausschaffungshaft genommen.

Marjia wurde am Montag, 13. Februar 2017 von der Polizei abgeholt und in Ausschaffungshaft genommen.

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Marijas Mutter ist verzweifelt.

Marijas Mutter ist verzweifelt.

20 Minuten/gts
Die 17-jährige Serbin spielte erfolgreich ...

Die 17-jährige Serbin spielte erfolgreich ...

zvg

Bereits am Dienstagmorgen sass Marija Milunovic im Flieger nach Serbien. Um die Mittagszeit ist sie in Belgrad angekommen, wie Svetlana Schwendinger, die Mutter von Marija, gegenüber 20 Minuten sagt. «Ihr Vater hat sie mit einem Taxi vom Flughafen abgeholt», so Schwendinger. Die beiden würden von dort aus in ihre Heimatstadt, die etwa zwei Stunden entfernt liegt, reisen. «Sie wird nicht bei ihrem Vater wohnen, das will Marija nicht. Sie wird in einem Hotel übernachten.» Die Mutter sei unendlich glücklich, dass Marija den Flug gut überstanden habe, dennoch mache sie sich natürlich Sorgen, was nun aus ihr werde.

Die Mutter ist erleichtert, dass sie endlich wieder mit ihrer Tochter sprechen konnte. «Die Zeit in der Ausschaffungshaft war schwer für sie. Sie war mit der Situation überfordert und fühlte sich alleine.» Doch noch habe sie Hoffnung. Schwendinger glaube fest daran, dass das mit der Au-pair-Stelle in Liechtenstein klappt und dass sie Marija bald wieder zurückholen kann. Mit der Familie im Fürstentum Liechtenstein, die Marija aufnehmen wolle, habe sie heute noch Kontakt gehabt. «Zu wissen, dass so viele Menschen hinter uns stehen, gibt mir viel Kraft.»

Anwalt verurteilt Vorgehen

Marijas Anwalt Urs Bertschinger ist derweil ausser sich: «Warum konnte das Migrationsamt nicht einfach den Entscheid des Fürstentums Liechtenstein abwarten. Und meine superprovisorische Verfügung, darauf habe ich auch noch keine Antwort.»

Bertschinger kann nicht verstehen, dass so schnell gehandelt wurde: «Das Mädchen wurde am Montag abgeführt und heute sitzt sie bereits im Flugzeug, sie hatte keine Möglichkeit, sich zu wehren.» Auch sei es ihm unverständlich, dass man den Entscheid des Fürstentums Liechtenstein für eine Aufenthaltsbewilligung als Au-pair nicht einfach abwarten konnte: «Über zwei Jahre lang hatte man es nicht eilig mit Marijas Ausschaffung und jetzt kann man nicht einmal zwei bis drei Wochen auf den Entscheid warten.»

Noch eine offene Anfrage

Falls die superprovisorische Verfügung angenommen würde, könnte Marija wieder in die Schweiz kommen. Doch die Chancen stehen schlecht. «Ich denke, man wird das Gesuch als gegenstandslos bezeichnen», so Bertschinger. Noch eine weitere offene Anfrage sei laut Bertschinger im Fürstentum offen: «Solange das Gesuch für die Au-pair-Stelle noch offen ist, habe ich beim Ausländeramt im Fürstentum Liechtenstein angefragt, ob Marija nicht als Touristin kommen dürfte.»

Doch Bertschinger geht davon aus, dass für Marija ein Einreiseverbot für den Schengenraum verhängt wird. «Das macht man meistens so bei Ausgeschafften.» In diesem Fall wird er ein Gesuch einreichen, um das Verbot aufzuheben.

Marijas Mutter am Montag im Interview:

Mutter: «Ich habe Angst um Marija»

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