Sargans/Kitzbühel (A): Marija Milunovic hat eine Aufenthaltsbewilligung
Aktualisiert

Sargans/Kitzbühel (A)Marija Milunovic hat eine Aufenthaltsbewilligung

Mit der Aufenthaltsbewilligung in der Schweiz und in Liechtenstein hat es nicht geklappt. Jetzt hat Marija Milunovic eine Lehrstelle in Kitzbühel und eine Aufenthaltsbewilligung.

von
jeb

Marijas ehemaliger Fussballtrainer Armin Kekic freut sich, dass es für Marija ein Happy End gibt. (Video: Armin Kekic)

Die Freude bei Mutter Svetlana Schwendinger und Marijas ehemaligem Fussballtrainer Armin Kekic ist riesig. «Es hat sich gelohnt, dass wir nie aufgegeben haben. Ich bin einfach nur glücklich», so Kekic, der sich stets für Marija eingesetzt hatte – vom Benefizspiel über Medienarbeit bis zur Kontaktaufnahme mit Ministern.

Auch Marijas Mutter ist zufrieden und erleichtert. Sie hat für ihre Tochter eine Lehrstelle als Altenpflegerin in einem Altersheim in Kitzbühel (A) gefunden. Der Arbeitgeber konnte dadurch eine Aufenthaltsbewilligung für Marija beantragen, und die 18-Jährige hat diese laut Kekic nun erhalten. «Im April beginnt Marija mit der Lehre zur Fachangestellten Gesundheit.» Wohnen wird die Serbin bei ihren Grosseltern in Kitzbühel, rund 280 Kilometer von Sargans entfernt.

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Gute Nachrichten von Marija Milunovic. Die 18-jährige Serbin hat in Kitzbühel (A) eine Lehrstelle gefunden und erhält eine Aufenthaltsbewilligung.

Gute Nachrichten von Marija Milunovic. Die 18-jährige Serbin hat in Kitzbühel (A) eine Lehrstelle gefunden und erhält eine Aufenthaltsbewilligung.

privat
Zuvor hatte Marija eine Odyssee hinter sich. In der Nacht auf Montag (24. April 2017) konnte Svetlana Schwendinger ihre Tochter wieder in die Arme Schliessen, nachdem sie zwei Monate zuvor aus der Schweiz nach Serbien ausgeschafft wurde.

Zuvor hatte Marija eine Odyssee hinter sich. In der Nacht auf Montag (24. April 2017) konnte Svetlana Schwendinger ihre Tochter wieder in die Arme Schliessen, nachdem sie zwei Monate zuvor aus der Schweiz nach Serbien ausgeschafft wurde.

«Wir sind glücklich, dass wir wieder in der Nähe voneinander sind. Wir danken allen, die uns unterstützt haben», sagte damals die Mutter.

«Wir sind glücklich, dass wir wieder in der Nähe voneinander sind. Wir danken allen, die uns unterstützt haben», sagte damals die Mutter.

zVg

«Es war ein Alptraum!»

Zusammen mit ihrer Tochter hat Schwendinger in Österreich mehrere Altersheime besucht und dorthin dann Bewerbungen geschickt. «In Kitzbühel wurde Marija zum Vorstellungsgespräch eingeladen und hat die Stelle darauf gekriegt», freut sich Schwendinger.

Sie freut sich, dass die Geschichte nun ein Happy End hat. Denn sie hätten eine schwere Zeit hinter sich. «Es war ein Alptraum! Vor allem die Zeit, als Marija im Februar 2017 abgeholt wurde, in Ausschaffungshaft musste und tags darauf ausgeschafft wurde.»

Odyssee

Marija hat eine regelrechte Odyssee hinter sich. Nachdem sie nach Serbien ausgeschafft wurde (siehe Box), kehrte sie gut zwei Monate später in die Nähe ihrer Mutter zurück, nach Liechtenstein. Dort wollte sie eine Au-Pair-Stelle antreten und bekam für die Organisation der Papiere ein Kurzaufenthaltervisum. Da jedoch die nötigen Papiere für den Antrag der Au-Pair-Bewilligung nicht fristgerecht eingereicht wurden, musste sie das Fürstentum wieder verlassen.

Doch Mutter Svetlana liess nicht locker. «Ich bin sehr froh, dass es jetzt geklappt hat. Ich wünschte mir, wir hätten das von Anfang an so gemacht, dann wäre meiner Tochter viel Leid erspart worden», so die 36-Jährige.

Der Fall Milunovic

Die 18-Jährige Marija Milunovic wurde am 13. Februar 2017 in Sargans SG bei ihrer Mutter von der Polizei abgeholt. Schon einen Tag später wurde sie in den Flieger gesetzt und nach Serbien ausgeschafft. Dies, nachdem mehrere Rechtsmittel und Rekurse beim Migrationsamt St.Gallen und mehreren Gerichtsinstanzen abgelehnt wurden.

Zuvor hatte sie etwa zweieinhalb Jahre in der Schweiz gelebt. Marija hatte sich bestens integriert, spielte Fussball beim FC Balzers und hätte vergangenen Sommer eine Lehrstelle als Fachfrau Gesundheit im Kantonsspital Glarus antreten sollen. Das ging allerdings nicht, weil bis zum Lehrbeginn der Aufenthaltsstatus nicht geklärt war. Vor der Ausweisung machte sie im Rahmen des 10. Schuljahres ein Praktikum bei einer Familie.

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