Fall Milunovic: Marijas emotionale Rückkehr zur Mutter
Aktualisiert

Fall MilunovicMarijas emotionale Rückkehr zur Mutter

Marija (18) ist wieder in der Region Ostschweiz angekommen und wird am Dienstag bereits ihre Au-pair-Stelle antreten. Mutter und Tochter sind dankbar und überglücklich.

von
jeb

Marija wird beim Aussteigen aus dem Bus von ihrer Mutter geherzt. (Video: 20 Minuten)

«Ich bin überglücklich, dass ich wieder bei meiner Mutter bin», sagt Marija kurz nach ihrer Ankunft in der Nacht auf Montag an der österreichisch-schweizerischen Grenze. «Ich kann meine Gefühle kaum beschreiben.» Auch Mutter Svetlana ist erleichtert und froh: «Endlich sind wir wieder vereint und ich kann Marija wieder in die Arme nehmen.»

Marija wurde Mitte Februar in Ausschaffungshaft gesetzt und nach Serbien ausgewiesen, nachdem mehrere Rechtsmittel und Rekurse beim Migrationsamt St.Gallen und mehreren Gerichtsinstanzen abgelehnt wurden. «Damit wird die rechtskräftige Wegweisung vollzogen», hiess es damals beim St. Galler Migrationsamt.

Ziel ist eine Ausbildung

Marija hatte jedoch noch einen Trumpf in der Hand: Sie hat eine Au-pair-Stelle im Nachbarland Liechtenstein in Aussicht. Diese soll sie nun bald antreten können. Um noch letzte Formalitäten zu erledigen, hat sie ein Visum für Liechtenstein und die Schweiz für einen Monat bekommen. Damit kann sie sich derzeit in Liechtenstein und auch legal in der Schweiz aufhalten.

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In der Nacht auf Montag (24. April 2017) konnte Svetlana Schwendinger ihre Tochter wieder in die Arme Schliessen.

In der Nacht auf Montag (24. April 2017) konnte Svetlana Schwendinger ihre Tochter wieder in die Arme Schliessen.

«Wir sind glücklich, dass wir wieder in der Nähe voneinander sind. Wir danken allen, die uns unterstützt haben.»

«Wir sind glücklich, dass wir wieder in der Nähe voneinander sind. Wir danken allen, die uns unterstützt haben.»

zVg
Marija wurde am 14. Februar 2017 von der Schweiz nach Serbien ausgeschafft. Am 6. April 2017 wurde bekannt, dass sie ein Visum erhält um in Liechtenstein eine Stelle als Au-pair antreten zu können.

Marija wurde am 14. Februar 2017 von der Schweiz nach Serbien ausgeschafft. Am 6. April 2017 wurde bekannt, dass sie ein Visum erhält um in Liechtenstein eine Stelle als Au-pair antreten zu können.

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Die Au-pair-Stelle ist auf ein Jahr befristet. Wie es danach weitergeht ist unklar. Für Marijas Mutter steht fest: «Ziel ist es, dass Marija einen Schulabschluss macht und eine Lehre absolvieren kann, damit sie für die Zukunft gerüstet ist.»

Derzeit seien sie vor allem dankbar und glücklich, dass sie für den Moment wieder vereint sind und dass Marija bald in Liechtenstein – unweit vom Wohnort ihrer Mutter in Sargans – leben und arbeiten wird. «Wir danken allen, die uns unterstützt haben.»

Lange Trennung

Über zwei Monate waren Mutter und Tochter mehrheitlich getrennt. Kurz nach der Ausschaffung besuchte die Mutter ihre Tochter in Serbien.

Auch in der Nacht auf Montag mussten die beiden nochmals geduldig sein. Eigentlich hätte Marija schon am frühen Sonntagnachmittag ankommen sollen, doch wegen strengen Kontrollen an der serbisch-ungarischen Grenze hatte der Reisebus mehrere Stunden Verspätung.

Am Montagabend checkt Marija bei der Au-pair-Familie in Liechtenstein ein und wird am Dienstag mit der Arbeit beginnen und sich gleichentags beim Amt offiziell anmelden.

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