Diaspora TV - Mark Bamidele klärt Migranten übers Impfen auf
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Diaspora TVMark Bamidele klärt Migranten übers Impfen auf

Ein Fernsehsender für Ausländer in der Schweiz bekämpft die Impfskepsis bei Migrantinnen und Migranten mit einer eigenen Infokampagne.

von
Carla Pfister

Darum gehts

  • Für die Menschen mit Migrationshintergrund gibt es vom BAG Faktenblätter in ihrer Sprache.

  • Mark Bamidele-Emmanuel informiert auf seinem TV Sender Diaspora TV in 16 Sprachen über die Impfkampagne.

  • Bamidele-Emmanuel sagt, ungenügende Informationen seien der Grund für Impfskepsis bei migrantischen Communities.

Der Direktor von Diaspora TV, Mark Bamidele-Emmanuel, richtet sich in einem Beitrag zur Covid-Impfung direkt an seine Zuschauer, die ihre Wurzeln auf verschiedenen Kontinenten haben: «Als ich von der Corona-Impfung hörte, dachte ich, das ist sehr positiv. Weshalb? Stellen Sie sich vor, wie mühsam es für einen internationalen Geschäftsmann wie mich ist, fünf Grenzen zu überqueren, ohne ein Covid-Zertifikat! Deshalb werde ich mich impfen lassen. Und Sie?»

Überzeugungsarbeit

Der 46-jährige Agrar-Ingenieur Mark Bamidele-Emmanuel will mit seinem Sender die migrantische Bevölkerung von der Covid-Impfung überzeugen. Er steht selber gerne im Rampenlicht, wie bei einem Besuch in seinem Studio in Zollikofen klar wird. Stolz führt er durch die Technik und Räumlichkeiten. «Kannst du mit den Hintergrundgeräuschen aufhören?» ruft der Direktor von Diaspora TV seinen Angestellten zur Ordnung.

Mehr Aufmerksamkeit für seinen Sender wünscht er sich auch von den Behörden, denn Diaspora TV finanziert sich über private Stiftungen und Einzelaufträge. Einen Teil der Serafe-Gebühren möchte er gerne für seine Projekte abzweigen: «Menschen mit Migrationshintergrund zahlen Gebühren und bekommen dafür aber sehr wenig», so Bamidele-Emmanuel.

Fehlinformiert über Social Media

Die Schweizer Medien würden Migrantinnen und Migranten oft nicht erreichen, sagt Bamidele-Emmanuel. «Deshalb informieren sich viele über Social Media, wo man leicht an Fehlinformationen und Verschwörungstheorien gerät.» Mythen wie jene, dass die Covid-Impfung unfruchtbar mache, versucht er mit seinem Sender aus der Welt zu schaffen.

Es sei jedoch im Interesse des Bundes, auch Menschen mit Migrationshintergrund von einer Impfung zu überzeugen, sagt er: «Nur wenn ein Grossteil der Bevölkerung sich impfen lässt, kann eine Herdenimmunität erreicht werden. Ausländerinnen und Ausländer machen dabei rund ein Viertel der Schweizer Gesamtbevölkerung aus.»

«Antworten zur Covid-19-Impfung»

In 16 Sprachen wurden Informationsvideos produziert, die auf «wichtige Fragen zur Covid-19-Impfung Antworten geben sollen». So erklären die Videos, welche Gründe für eine Impfung sprechen und wie sie abläuft. Ausserdem geht das Format auf Impfskepsis ein: «Kann eine so schnell entwickelte Impfung denn überhaupt sicher sein?» Videos des BAG, in welchen Mythen über die Impfung aufgeklärt werden, hat der Sender ebenfalls in 16 Sprachen übersetzt. Dazu stand er in Rücksprache mit dem Bundesamt.

Testimonials für mehr Vertrauen

Neben den eher trockenen Informationsvideos richtet sich der Sender jedoch auch mit mehreren persönlichen Stellungnahmen für das Impfen an seine Zuschauer. «Wir wollen auf die spezifischen Unsicherheiten und Fragen der einzelnen Communities eingehen», so Bamidele-Emmanuel. «Mittlerweile haben mir fünf Personen gesagt, sie würden sich wegen mir impfen lassen.»

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