Basler Kriminalstatistik: Markante Zunahme bei den Einbruchdiebstählen
Aktualisiert

Basler KriminalstatistikMarkante Zunahme bei den Einbruchdiebstählen

Nach drei Jahren mit rückläufigen Zahlen hat die Kriminalität in Basel-Stadt 2008 wieder zugenommen.

Angezeigt wurden insgesamt 23 738 Delikte; das sind 2,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Besonders markant war die Zunahme bei den Einbrüchen.

Die Zahl der Einbruchdiebstähle stieg im vergangenen Jahr um 38,6 Prozent auf 1289. Beat Voser, Leitender Staatsanwalt und Chef des Basler Kriminialkommissariats, führte diese Entwicklung am Mittwoch vor den Medien unter anderem auf die Rezession, offene Grenzen und das Wohlstandsgefälle zwischen Norden und Süden und Westen und Osten zurück.

Erfasst wurden im Stadtkanton letztes Jahr insgesamt 16 549 Vermögendsdelikte, was einer Zunahme um 1,5 Prozent entspricht. Ihr Anteil an der Gesamtkriminalität beträgt rund 70 Prozent. In der Kategorie Raub und Entreissdiebstahl wurde eine Zunahme um 3,2 Prozent auf 196 Fälle registriert.

Weniger Delikte gegen Leib und Leben

Positiver war dagegen die Entwicklung bei den Delikten gegen Leib und Leben. Zwar stieg die Zahl der Tötungsdelikte um zwei auf drei an und bei den versuchten Tötungen wurde eine Zunahme um eine auf neun verzeichnet. Diese Entwicklung ist laut Voser jedoch nicht beunruhigend.

Dagegen wurde bei den Verfahren wegen Körperverletzung, Gefährdung des Lebens und Tätlichkeiten ein Rückgang um 2,6 Prozent auf 1031 registriert. Bei der häuslichen Gewalt sank die Zahl der Anzeigen um 4,3 Prozent auf 245. Vergewaltigungen wurden mit 31 Fällen 8,8 Prozent weniger angezeigt, während bei den übrigen Sexualdelikten das Minus mit 172 Fällen gar 17,3 Prozent betrug.

Die Fussballeuropameisterschaft Euro 08 hat die Basler Kriminalstatistik laut Voser nicht wesentlich beeinflusst. Mit 195 lag die Zahl der Festnahmen weit unter den Erwartungen. Während der Euro 08 nahm die Zahl der Anzeigen im Vergleich zum Vorjahr nur um 13,5 Prozent zu, was Voser angesichts der Menschenmassen in der Stadt als überaus positiv wertet.

Kokain bleibt grösstes Drogenproblem

Das Betäubungsmitteldezernat hat laut dessen Chef Thomas Homberger letztes Jahr 2102 Verfahren eröffnet, 4,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Bei den abgeschlossenen Ermittlungsverfahren wurde eine Zunahme um 11,5 Prozent auf 1962 verzeichnet.

Grösstes Problem bleibt laut Homberger das von nigerianischen Banden vermarktete Kokain. Heroin sei dagegen leicht rückläufig, während Cannabis beliebt bleibe. Beschlagnahmt wurden letztes Jahr im Stadtkanton unter anderem 13,6 kg Kokain, 1,5 kg Heroin und knapp 60 kg Haschisch.

Erste jugendforensische Abteilung

Bei der Jugendkriminalität stieg die Zahl der Anzeigen um eine einzige auf 1519; darunter waren 252 Gewaltdelikte. Von diesen entfielen 79 Fälle auf Tätlichkeiten und 84 Fälle auf Drohungen oder Nötigungen.

Erfreut zeigte sich Jugendanwalt Beat Burkhardt über die für 2010 vorgesehene Eröffnung einer jugendforensischen Abteilung in den Universitären Psychiatrischen Kliniken Basel. Untergebracht werden sollen dort Jugendliche, von denen aufgrund psychiatrischer Erkrankungen eine grosse Gefährlichkeit ausgeht.

Laut Voser handelt es sich dabei um die erste geschlossene Abteilung dieser Art in der Schweiz. Die geplanten acht bis zwölf Plätze sollen für Jugendliche aus dem ganzen Land zur Verfügung stehen.

(sda)

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