Emotionen statt Preisbewusstsein: Marken überlisten den gesunden Menschenverstand
Aktualisiert

Emotionen statt PreisbewusstseinMarken überlisten den gesunden Menschenverstand

Starke Marken wecken Emotionen und bewirken, dass Käufer weniger auf den Preis achten. Zu diesem Schluss kommt eine vom Schweizerischen Markenartikel-Verband in Auftrag gegebene Hirnforschungs-Studie der Hochschule St. Gallen.

Im Rahmen der Studie wurden bei den Teilnehmern mittels der funktionellen Magnetresonanztherapie im Zusammenhang mit bekannten Marken die Hirnaktivitäten untersucht, wie Promarca am Dienstag mitteilte. Der Verband sieht sich aufgrund der unabhängigen Studie bezüglich der wirtschaftlichen Schlagkraft von Marken bestätigt.

Bekannte Markennamen aktivieren laut dem Forscher Andreas Hermann von der HSG-Forschungsstelle Business Metrics «das Belohnungszentrum, das ein Produkt mit positiven Gefühlen und Freude verknüpft». Deshalb fühle sich ein Konsument stark zu einer Marke hingezogen, unabhängig von rationalen Kriterien wie Qualität oder Preis.

Und die Marke wird im emotionalen Bereich des Hirns verankert. Diese hohe «Markenemotionalisierung» bringe Identifikation mit sich und löse Kaufreize aus, die sogar allfällige Schwächen eines Produkts in den Hintergrund treten lassen, freut sich der Markenartikelverband in seiner Mitteilung.

Konsumenten zeigten nämlich kaum Entscheidungsschwierigkeiten beim Kauf hoch emotionaler Marken - ein Vorteil von Marken in Zeiten von «Preisschlachten», wie Promarca festhält. Dagegen seien bei Nicht-Markenartikeln die Kaufentscheide stark von Informationen und wenig von Emotionen abhängig, was dem kritischen Blick auf die Preise förderlich ist. (sda)

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