Fan-Krawalle: Markierten FCB-Hools mit Gewalt «ihr» Territorium?

Aktualisiert

Fan-KrawalleMarkierten FCB-Hools mit Gewalt «ihr» Territorium?

Nach wie vor ist unklar, wieso es am Sonntag nach dem Spiel FCB - FCZ zu Ausschreitungen kam. «Fans» berichten, dass sie sich durch den Aufmarsch der Polizei provoziert fühlten.

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aj/las
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Die Baselbieter Polizei sprach nach den Ausschreitungen im April von einer neuen Dimension der Gewalt.

Die Baselbieter Polizei sprach nach den Ausschreitungen im April von einer neuen Dimension der Gewalt.

Screenshot Youtube
Auf der Eventplattform wurden die Polizisten angegriffen - neun wurden beim Einsatz insgesamt verletzt.

Auf der Eventplattform wurden die Polizisten angegriffen - neun wurden beim Einsatz insgesamt verletzt.

Screenshot Youtube
Die Ausschreitungen verlagerten sich weiter zum Joggeli-Parkplatz.

Die Ausschreitungen verlagerten sich weiter zum Joggeli-Parkplatz.

Leser-Reporter

Neun verletzte Polizisten, Sachschaden an angezündeten oder beschädigten Polizeifahrzeugen in der Höhe von 200'000 Franken und zwei festgenommene «Fans»: Das ist die Bilanz der Ausschreitungen vom Sonntag vor dem St. Jakob-Park.

Die Ausschreitungen gingen nach dem Abpfiff der Partie zwischen dem FCB und dem FCZ kurz vor 16 Uhr los. Die Randalierer bewarfen Polizisten mit Steinen, Petarden, Flaschen und anderen Gegenständen, als die Beamten über die Eventplattform gehen wollten, um das Tor zum Eisenbahnperron zu sichern.

«Im Umfeld von Fussballspielen hat es ein derart brutales und grundloses Vorgehen gegen Polizisten schon seit längerer Zeit nicht mehr gegeben. Es ist inakzeptabel», sagt der Basler Polizeisprecher Martin Schütz. Insgesamt neun Polizisten wurden verletzt. Der Baselbieter Polizeisprecher Meinrad Stöcklin spricht gar von einer «neuen Dimension der Gewalt».

Zwei Personen in Haft

Zur Selbstverteidigung setzte die Polizei unter anderem Gummischrot und Reizstoff ein. Insgesamt hielt sie sieben Personen an, zwei davon wurden vorläufig festgenommen. Dabei handelt es sich um einen 17-jährigen Schweizer und einen 21-jährigen Deutschen. Es wurde ein Verfahren unter anderem wegen Landfriedensbruch, Sachbeschädigung und Körperverletzung eröffnet.

Unklar ist, wieso es zum sehr heftigen Angriff auf die Polizisten kam. «Wir stehen erst am Anfang der Ermittlungen», sagt Kriminalkommissär Peter Gill. Die Staatsanwaltschaft Basel-Stadt bittet die Bevölkerung, Foto- und Videomaterial zu den Ausschreitungen zur Verfügung zu stellen.

Fans fühlten sich provoziert

Laut Aussagen einiger Fans und Augenzeugen fühlten sich die Randalierer provoziert, weil die Polizei die Eventplattform betreten hat. Diese betrachten viele militante Fans offenbar als «ihr» Territorium: «Die haben dort nichts zu suchen», sagte einer der Hooligans gegenüber verunsicherten Matchbesuchern. Im Fan-Forum ist von einer Abmachung die Rede, wonach die Polizisten die Eventplattform nicht betreten dürften. «Es gibt keine solche Abmachung», sagt hingegen Schütz.

Er betont, dass die Vorkommnisse nicht nur strafrechtlich abgeklärt, sondern mit allen involvierten Partnern am Dienstag aufgearbeitet werden. Auf Anfrage von 20 Minuten wollte die Fanbeauftragte Ornella Pessotto im Vorfeld der Sitzung nichts sagen. Der FCB gab gestern auf seiner Homepage folgende Stellungnahme ab: «Der FCB verurteilt jegliche Form von Gewalt auf das Schärfste. Aufgrund dessen, dass sich die Ereignisse ausserhalb des Stadions abgespielt haben, liegen dem FCB bislang zu wenige Informationen vor, um eine abschliessende Beurteilung abzugeben.»

Fankontrollen gefordert

Bereits jetzt fordert Heinz Salvisberg, Präsident des Polizeibeamten-Verbandes, dass künftig striktere Fankontrollen durchgesetzt werden. Bis jetzt habe sich der FCB immer dagegen gewehrt. «In anderen Ländern hat es auch funktioniert», so Salvisberg. Dort gebe es keine Probleme mehr mit gewaltbereiten Fans. In der Pflicht ist nun laut Salvisberg das Justiz- und Sicherheitsdepartement.

(10. April 2016, Quelle Youtube)

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