Aktualisiert 18.12.2008 23:29

TerrorMarokkaner wegen Madrid-Anschlägen verurteilt

Viereinhalb Jahre nach den Bombenanschlägen auf vier Madrider Pendlerzüge ist ein Marokkaner in seinem Heimatland zu 20 Jahren Haft verurteilt worden.

Das Kriminalgericht in der Stadt Salé bei Rabat sah es in seinem am Donnerstag verkündeten Urteil als erwiesen an, dass der 29- jährige Abdelilah Ahriz an den Anschlägen am 11. März 2004 beteiligt war.

Wie die staatliche Nachrichtenagentur MAP berichtete, war anhand von DNA-Analysen nachgewiesen worden, dass der Angeklagte sich in Madrid in den Wohnungen aufgehalten hatte, in denen die islamistischen Terroristen die Anschläge vorbereitet hatten.

Bei den Bombenanschlägen waren 191 Menschen getötet und mehr als 1800 verletzt worden. Die Staatsanwaltschaft hatte lebenslange Haft gefordert. Der Angeklagte hatte die Vorwürfe bestritten.

Der Prozess galt in der Rechtsgeschichte als einzigartig, weil marokkanische Gerichte noch nie eigene Staatsbürger wegen im Ausland begangener Verbrechen verurteilt hatten.

Ahriz war im Januar auf Bitten der spanischen Justiz in Marokko festgenommen worden. Das nordafrikanische Land liefert jedoch grundsätzliche keine eigenen Staatsbürger an andere Staaten aus. Er erklärte sich jedoch bereit, den 29-Jährigen vor ein marokkanisches Gericht zu stellen.

(sda)

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