Mikroben im All: Mars-Rover hatte blinde Passagiere an Bord
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Mikroben im AllMars-Rover hatte blinde Passagiere an Bord

Trotz sorgfältigster Reinigung dürfte der Nasa-Rover Curiosity 377 irdische Bakterienstämmen ins All mitgenommen haben. Gut 11 Prozent könnten die Reise zum Mars überlebt haben.

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Bevor auf den Weltraumbahnhöfen der Welt der Countdown beginnt, wird alles, was ins All geschickt wird, penibel gereinigt. Schliesslich soll verhindert werden, dass fremde Himmelskörper durch Irdisches kontaminiert werden.

Doch aller Gründlichkeit zum Trotz: Auch dem hochspezialisierten Putzpersonal geht hin und wieder etwas durch die Lappen. Das zeigt eine Studie der Universität Idaho, die nun bei der Jahrestagung der American Society of Microbiology präsentiert wurde.

Die Forscher um Stephanie Smith hatten vor dem Start des Mars-Rovers Curiosity im Jahr 2012 Abstriche von dessen Oberfläche genommen. Dabei entdeckten sie 377 Bakterienstämme — insgesamt 65 verschiedene Arten. Im Labor setzten sie diese starker Hitze und Kälte, UV-Licht sowie extremen pH-Werten aus.

Neue Kenntnisse, offene Fragen

Knapp 11 Prozent der Bakterienstämme überlebten mindestens eine der schweren Bedingungen, berichtet das Team im Fachjournal «Nature». Weiter beobachteten Smith und ihre Kollegen, dass sich 31 Prozent der resistenten Mikroben nicht wie erwartet schützende Sporen-Mäntelchen zulegten. Die Forscher vermuten, dass sie ihr Überleben stattdessen durch andere biochemische Mittel — etwa durch Stoffwechselveränderungen — sicherten.

Die Studie lehre viel über die Art der Mikroben, die als blinde Passagiere mit ins All gelangen könnten, urteilt John Rummel von der East Carolina Universität im US-Bundesstaat North Carolina, der nicht an der Studie beteiligt war. Auch Autorin Smith ist sich der Bedeutung ihrer Forschung bewusst: «Als wir begannen, wussten wir nichts über diese Organismen.»

Nun sollen weitere Untersuchungen zeigen, wie die Bakterien es schaffen, in extremen Umgebungen zu überleben. «Wir wissen noch nicht, ob es wirklich eine Bedrohung gibt», sagt Smith. Bis es so weit sei, müsse man noch vorsichtig sein.

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