Thailand: Marsch auf Bangkok zum Sturz der Regierung

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ThailandMarsch auf Bangkok zum Sturz der Regierung

Die Opposition in Thailand will mit der grössten Demonstration aller Zeiten vorzeitige Wahlen erzwingen. Der Marsch Tausender auf Bangkok hat bereits zahlreiche Zufahrtsstrassen verstopft.

von
rub

Das politische Klima in Thailand wird wieder heisser. Die Oppositionsbewegung UDD hatte in den umliegenden Provinzen auf Samstagnacht zehntausende Demonstranten versammelt, die teils in kilometerlangen Konvois die Autobahnen nach Bangkok verstopften. Allein aus der Provinz Ayutthaya 90 Kilometer nördlich von Bangkok waren gemäss Zeugen 70 000 bis 100 000 Menschen unterwegs.

Am Sonntag sind in Bangkok Kundgebungen mit mehr als 300 000 Teilnehmern geplant. Es soll die grösste Demonstration aller Zeiten werden. Für die Sicherheit der Hauptstadt ist die Armee verantwortlich. 35 000 Sicherheitskräfte sind in Bangkok im Einsatz.

Sturz der Regierung als Ziel

Ziel der Opposition, die wegen der Farbe ihrer T-Shirts auch «Rothemden» genannt wird, ist der Sturz der Regierung. Die Demonstranten sprechen der Regierung von Ministerpräsident Abhisit Vejjajiva die Legitimität ab. Er war Ende 2008 bei einer Abstimmung im Parlament mit den Stimmen von Überläufern der damaligen Regierung an die Macht gekommen. Ex-Regierungschef Thaksin Shinawatra feuert die Demonstranten an. Das Militär hatte ihn 2006 gestürzt. Er flüchtete vor der Verurteilung zu zwei Jahren Haft wegen Amtsmissbrauchs ins Exil.

Thaksin in Dubai unerwünscht?

Der Finanzier und Mentor der Demonstranten, der 2006 gestürzte Ex- Regierungschef Thaksin Shinawatra, soll unterdessen Probleme mit seiner Exilheimat Dubai bekommen haben: Die Behörden hätten ihn zur Abreise aufgefordert, berichtete die Regierung in Bangkok.

Der Milliardär bestritt dies im Kurznachrichtenportal Twitter. Er bestätigte aber eine bevorstehende Reise nach Europa zu seinen Töchtern. Diese sollen sich in Deutschland aufhalten. Thaksins thailändischer Pass ist ungültig, aber mehrere Länder sollen ihm Reisedokumente ausgestellt haben, darunter Nicaragua. (rub/sda)

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