Stadtrat zurückgepfiffen - «Marsch fürs Läbe» darf nun doch durch Zürich ziehen
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Stadtrat zurückgepfiffen«Marsch fürs Läbe» darf nun doch durch Zürich ziehen

Aus Gründen der Sicherheit wurde der «Marsch fürs Läbe» nicht bewilligt. Nun wird der Zürcher Stadtrat zurückgepfiffen.

von
Thomas Mathis
Im September dürfen die Abtreibungsgegner wieder durch Zürich marschieren.

Im September dürfen die Abtreibungsgegner wieder durch Zürich marschieren.

Marsch fürs Läbe

Darum gehts

  • Der Zürcher Stadtrat hatte dem «Marsch fürs Läbe» aus Gründen der Sicherheit keine Bewilligung erteilt.

  • Dagegen wehrten sich die Organisatoren – mit Erfolg.

Der Zürcher Stadtrat wird erneut zurückgepfiffen. Er hatte im Oktober bekannt gegeben, dass die Anti-Abtreibungs-Demonstration «Marsch fürs Läbe» stattfinden dürfe, allerdings nur als stehende Kundgebung und nicht als Umzug und auf dem Turbinenplatz und nicht auf dem zentralen Münsterplatz. Die öffentliche Sicherheit und Ordnung könne nicht mit verhältnismässigen Mitteln gewährleistet werden, hiess es.

Die Organisatoren hatten dagegen Beschwerde eingereicht. Nun hat der Zürcher Statthalter zu Gunsten der Demo entschieden. Neben einer Platzkundgebung ist am 18. September auch ein Marsch erlaubt, wie es in einer Medienmitteilung des Vereins heisst. Die Stadtregierung könne jedoch über Ausgangs- und Zielpunkt sowie die Marschroute entscheiden. Zudem müsse für die Sicherheit gesorgt werden.

Organisatoren sind erfreut

Der Turbinenplatz liege als Kundgebungsort «eher unauffällig im weniger stark frequentierten Teil des Industriequartiers der Stadt, weshalb eine stehende Kundgebung, die auf diesen Platz beschränkt sei, die Wahrnehmung der Veranstaltung deutlich schmälere», wird in der Mitteilung zitiert. Der Appellwirkung und dem Inszenierungsinteresse müsse Rechnung getragen werden. Die Organisatoren zeigen sich erfreut über den Entscheid, weil damit ein Zeichen für Gleichbehandlung und Meinungsfreiheit gesetzt werde.

Bereits 2020 wurde ein Marsch durch Zürich verboten. Demokratie-Experte Andreas Glaser kritisierte den Stadtrat und sprach von einer Verletzung der Meinungsfreiheit. Hintergrund des Verbots waren Ausschreitungen, zu denen es 2019 gekommen war. Es kam zu Krawallen und Sachbeschädigungen.

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