04.09.2020 11:29

«Marsch fürs Läbe»-Gegendemo«Es ist ein grösserer Polizeieinsatz geplant»

Die Organisatoren von «Marsch fürs Läbe» wollten im September in Winterthur ein Treffen durchführen. Doch ihnen wurde das Gastrecht entzogen.

von
Thomas Mathis
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Nach dem Marschverbot in Zürich findet das «Marsch fürs Läbe»-Treffen auch in Winterthur nicht statt.

Nach dem Marschverbot in Zürich findet das «Marsch fürs Läbe»-Treffen auch in Winterthur nicht statt.

Marsch fürs Läbe
Grund ist laut dem Veranstalter eine angekündigte, unbewilligte Gegendemo.

Grund ist laut dem Veranstalter eine angekündigte, unbewilligte Gegendemo.

KEYSTONE
2019 war es in Zürich im Rahmen der Demonstration zu Ausschreitungen gekommen.

2019 war es in Zürich im Rahmen der Demonstration zu Ausschreitungen gekommen.

Keystone

Darum gehts

  • In Zürich wurde dem «Marsch fürs Läbe» nur eine stehende Kundgebung bewilligt.
  • Die Veranstalter planten deshalb ein Treffen in Winterthur.
  • Dieses ist laut den Veranstaltern wegen Angst vor einer Gegendemo abgesagt worden.
  • Die Polizei hat bereits Vorbereitungen getroffen.

Nach dem Marschverbot für den «Marsch fürs Läbe» in Zürich planten die Veranstalter am 19. September ein Treffen im Kongresszentrum gate27 in Winterthur. Daraus wird nun nichts, wie sie in einer Medienmitteilung schreiben. Die Geschäftsleitung des Lokals habe den Veranstaltern das Gastrecht entzogen. «Wir bedauern den Entscheid ausserordentlich», heisst es.

Grund für den Entscheid ist laut der Mitteilung eine angekündigte, aber unbewilligte Gegendemo. An einer Sitzung mit dem Organisationskomitee habe die Winterthurer Polizei mitgeteilt, dass es sowohl in der Stadt Winterthur als auch im Internet eine grosse, linksextreme Mobilisierung gebe, um die Veranstaltung zu verhindern. Das zeigen auch entsprechende Plakate, die in der Stadt aufgehängt sind: «Kein Fussbreit dem Marsch fürs Läbe – auf zur Gegendemo.»

Grösserer Polizeieinsatz geplant

Die Befürchtungen der Verantwortlichen des Lokals hinsichtlich etwaiger Gebäudeschäden und unangenehmer Einschränkungen sei teilweise verständlich, so die Veranstalter. «Wir sind aber enttäuscht, dass Gewaltandrohungen von linksextremer Seite zu solchen Absagen führen.» Das komme einem Einknicken vor der Gewalt und einer massiven Einschränkung der Meinungsfreiheit gleich. Eine linksradikale Minderheit habe es geschafft, eine private Veranstaltung zu stoppen. Wie es nun weitergeht, ist noch unklar.

Bei der Stadtpolizei Winterthur heisst es auf Anfrage, dass man gut vorbereitet sei auf die Veranstaltung und auch auf eine mögliche Gegendemo. «Es ist ein grösserer Einsatz geplant», sagt Medienchef Michael Wirz. Es sei üblich, dass die Lageentwicklungen im Vorfeld mit den Veranstaltern besprochen würden. «Da es sich um eine Veranstaltung auf Privatgrund handelt, ist eine Bewilligung nicht erforderlich. Die Aufgabe der Polizei ist, für die Sicherheit rund um den Veranstaltungsort zu sorgen und den Event so zu ermöglichen.»


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