Aktualisiert 26.12.2010 15:32

Gegen Fremdenfeindlichkeit

Marsch gegen Faschismus in Moskau

Rund 1500 Menschen haben in Moskau gegen ethnisch motivierte Ausschreitungen demonstriert, die Russland in den vergangenen Wochen erschüttert hatten.

"Russland ohne Faschismus" - Demo in Moskau gegen Xenophobie.

"Russland ohne Faschismus" - Demo in Moskau gegen Xenophobie.

«Nein zum Faschismus» und «Faschisten bringen Russland Schande» war auf Transparenten der offiziell genehmigten Demonstranten in Moskau zu lesen. Die Kundgebung auf dem zentralen Puschkin-Platz in der Hauptstadt wurde von Bürgerrechtsgruppen als Reaktion auf eine Strassenschlacht zwischen Hooligans und Polizisten vor zwei Wochen organisiert.

Die Erschiessung eines Moskauer Fussballfans am 4. Dezember mutmasslich durch einen muslimischen Mann hatte eine Kette von Kundgebungen und Gewalttaten ultra-ationalistischer Gruppen ausgelöst. So protestierten eine Woche nach dem Mord rund 5000 Nationalisten und Fussballfans teilweise gewaltsam vor dem Kreml gegen die aus ihrer Sicht unzureichenden Ermittlungen der Behörden. Slogans wie «Russland den Russen» wurden gerufen.

In der Folge kam es zu einer Reihe offenbar rassistisch motivierter Gewalttaten gegen Angehörige ethnischer Minderheiten aus den mehrheitlich muslimischen Republiken des Kaukasus und Zentralasiens. Unter anderem wurde ein 14-jähriger russischer Jugendlicher unter dem Verdacht festgenommen, einen Kirgisen ermordet zu haben. Wegen der Gewalt der letzten Wochen sind Bedenken laut geworden, ob die Regierung mit der wachsenden Fremdenfeindlichkeit im Land fertig wird. (sda/dapd)

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