Aktualisiert 27.09.2005 14:44

Marseille: Matrosen kapern Schiff

Die Proteste gegen den angekündigten Verkauf der staatlichen französischen Fährgesellschaft SNCM haben den Mittelmeerhafen von Marseille lahmgelegt.

Korsische Seeleute kaperten einen Frachter und liefen nach Korsika aus. «Wir haben die 'Pascal Paoli' und fahren heim», sagte der Generalsekretär der korsischen Gewerkschaft STC, Alain Mosconi. «Wir bringen korsisches Arbeitsgerät nach Korsika zurück.» Der Frachter gehört zur hoch defizitären Korsikafähren-Gesellschaft SNCM.

Der Hafen Marseille wurde von einem Streik zur Unterstützung der SNCM-Mitarbeiter lahmgelegt. Der Personenverkehr war ebenso betroffen wie die Öl- und Frachthäfen. 36 Schiffe konnten nicht auslaufen. In der Nacht hatten SNCM-Mitarbeiter bereits Kaianlagen blockiert und Autos in Brand gesteckt, bevor sie von der Polizei vertrieben wurden.

Wie die Hafenverwaltung mitteilte, rief die kommunistische Gewerkschaft CGT alle Beschäftigten zu einem 24-stündigen Streik auf. Anlass ist die Entscheidung der Behörden vom Vortag, die Übernahme der Fährgesellschaft durch den Investmentmentfonds Butler Capital Partners zu befürworten. Die Mitarbeiter der Société nationale Corse-Méditerranée (SNCM) fürchten Massenentlassungen.

Die SNCM schrieb 2004 bei 193,6 Mio. Euro Umsatz 29,7 Mio. Euro Verlust. In diesem Jahr dürfte der Verlust höher ausfallen. Butler will das Staatsunternehmen für 35 Mio. Euro übernehmen und bis zu 400 der 2400 Stellen streichen. Der Staat soll 135 Mio. Euro zur Sanierung zuschiessen. Der Port autonome de Marseille (PAM) ist der wichtigste Hafen Frankreichs.

(sda)

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