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Martin Rapold: Gel und Parkbussen

«Ich hatte schon Parkbussen am Motorrad», nervt sich Schauspieler Martin Rapold. Ironie des Schicksals: Ausgerechnet er spielt im Schweizer Film «Love Made Easy» einen Undercover-Polizisten.

Es ist Donnerstag, 14 Uhr, im Restaurant Bohemia in Zürich. Martin Rapold schlendert um die Ecke: schickes Hemd, ein Kettchen um den Hals und Gel im Haar. «Ist der Fotograf schon da?», fragt der 33-Jährige. Angekündigt war es, aber nein, der Fotograf konnte leider nicht. Rapold gibt sich Mühe, doch sein Gesicht macht nicht mit: «Mist, jetzt war das ganze Styling für die Katz», sagt es.

Im Film «Love Made Easy», der am Donnerstag anläuft, spielt Rapold neben Melanie Winiger einen Undercover-Polizisten in Los Angeles. Die Polizei – ein heikles Thema für ihn. Er holt aus, aber dass man ihn zitiert, will er nicht. Zensuriert tönt es so: «Ich versuche freundlich zu bleiben, was mir in Zürich mit der Überreglementierung und den fix budgetierten Busseneinnahmen nicht immer gelingt», sagt Rapold und fügt an: «Ich hatte schon Parkbussen am Motorrad.»

Gedreht wurde «Love Made Easy» in Los Angeles, übrigens auf Englisch. «Wir hatten zwar kein Hollywood-Set mit drei Kameras und fünfzig Trucks, aber trotzdem war vieles anders als hier», erzählt Rapold zwischen zwei Zigaretten. Einmal um drei Uhr morgens, mitten im Dreh, habe die Polizei ihnen einfach den Strom abgestellt, weil sie nur eine Dreherlaubnis bis 23 Uhr hatten.

Hat Hollywood angeklopft? «Es gab keine konkreten Arbeitskontakte», meint Rapold. Später ergänzt er per E-Mail: «Das habe ich auch nicht gesucht.» Dafür traf er Waylon Payne, der in «Walk the Line» Jerry Lee Lewis spielte. Rapold gerät ins Schwärmen: «Wir tranken bei ihm Rotwein und sangen Lieder von Johnny Cash.» Sowieso, ein Musikfilm wäre für ihn, der einst eine Gesangsausbildung absolvierte, das Grösste: «Ich könnte Jeff Buckley spielen, oder?»

Stefanie Rigutto

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