Wiedersehen: Martin Schmidt trifft auf seinen «Totengräber»
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WiedersehenMartin Schmidt trifft auf seinen «Totengräber»

Der Walliser Bundesliga-Trainer sieht bei Wolfsburg einen alten Bekannten wieder: Yunus Malli, über dessen Personalakte er bei Mainz fast gestolpert wäre.

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mal
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Seit Montag ist Martin Schmidt Trainer des VfL Wolfsburg.

Seit Montag ist Martin Schmidt Trainer des VfL Wolfsburg.

epa/Focke Strangmann
Zur Vorbereitung des ersten Spiels gegen Wolfsburg hat der Walliser genau einen Tag Zeit.

Zur Vorbereitung des ersten Spiels gegen Wolfsburg hat der Walliser genau einen Tag Zeit.

epa/Focke Strangmann
In Wolfsburg trifft Schmidt (2.v.l.) wieder auf seinen früheren Schlüsselspieler Yunus Malli (2.v.r.), die Beiden sassen schon bei Mainz am selben Tisch.

In Wolfsburg trifft Schmidt (2.v.l.) wieder auf seinen früheren Schlüsselspieler Yunus Malli (2.v.r.), die Beiden sassen schon bei Mainz am selben Tisch.

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Man sieht sich im Leben immer zwei Mal. Diese Redewendung trifft aktuell auf den neuen Schweizer Wolfsburg-Trainer Martin Schmidt und Offensivspieler Yunus Malli zu. Der türkische Internationale war einst sein Schlüsselspieler in Mainz und hatte wesentlichen Anteil daran, dass es Schmidt mit seinem vormaligen Arbeitgeber 2016 bis in die Europa League schaffte.

Ohne Malli stieg Schmidt fast ab

Doch dann geschah das, was bei Clubs wie Mainz im Erfolg eben zumeist geschieht. Malli wurde zu gut für die Mainzer und weckte Begehrlichkeiten bei anderen, finanzkräftigeren Vereinen. Im letzten Sommer konnte Schmidt den Deutsch-Türken zwar nochmals zum Bleiben überreden, doch im Winter, nachdem Mainz aus der Europa League ausgeschieden war, wurde er dann trotzdem verkauft. 12,5 Millionen Euro überwies der VfL Wolfsburg für Malli an Mainz.

Schmidt erlebte anschliessend mit Mainz, aber eben ohne Malli, eine ganz schwierige Rückrunde, geriet in den Abstiegsstrudel und stand gar kurz vor der Entlassung. Kunststück, wenn man ihm den wichtigsten Spieler wegnimmt und diesen nicht adäquat ersetzt, schnörkelten damals viele Medien. Um ein Haar wäre Malli durch seinen Weggang somit zum Totengräber für Schmidt geworden. Schliesslich schaffte der Schweizer auch ohne ihn noch knapp den Ligaerhalt. Doch nach dem Saisonende trennte man sich trotzdem.

Auch Malli kam ohne Schmidt nicht auf Touren

Doch nicht nur Schmidt wurde ohne Malli in der Bundesliga nicht mehr wirklich glücklich. Umgekehrt war es genauso. Schmidts Vorgänger Andries Jonker setzte nicht auf den 25-Jährigen, in den ersten vier Spielen dieser Saison kam dieser gerade mal während 39 Minuten zum Einsatz. Doch nun ist sein grosser Mentor wieder Mallis Chef. Schmidt betonte bereits bei seiner Vorstellung am Montagabend, dass er sich auf die neuerliche Zusammenarbeit mit seinem ehemaligen Schützling freue. Und sagte auch, dass dieser gegenüber den anderen Spielern bei Wolfsburg einen Vorteil habe: «Er weiss genau, was ich will.»

Ob Schmidt ihn bereits bei seinem Startspiel am Dienstagabend gegen Werder Bremen in die Startaufstellung zurückholt, wird man sehen. Aber dass sie früher oder später erneut eine erfolgreiche Arbeitsgemeinschaft bilden werden, scheint gut möglich.

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