Aktualisiert 04.03.2020 10:11

Als 39-JährigeMartina Hingis stürmt wieder ans Netz

Die langjährige Weltranglisten-Erste führt im Mai und Juni die Aktivenmannschaft des TC Zug im Interclub an.

von
Marco Keller
1 / 6
Martina Hingis greift im Tennis wieder ins Wettkampfgeschehen ein.

Martina Hingis greift im Tennis wieder ins Wettkampfgeschehen ein.

kein Anbieter/Freshfocus
Die langjährige Weltranglisten-Erste führt im Mai und Juni die Aktivenmannschaft des TC Zug im NLB-Interclub an.

Die langjährige Weltranglisten-Erste führt im Mai und Juni die Aktivenmannschaft des TC Zug im NLB-Interclub an.

Keystone
Im Tennis arbeitete Hingis zuletzt als Trainerin des Schweizer Fed-Cup-Teams.

Im Tennis arbeitete Hingis zuletzt als Trainerin des Schweizer Fed-Cup-Teams.

Keystone

Es ist fast so, wie wenn Sidney Crosby plötzlich den EHC Olten verstärken würde. Oder Lionel Messi die Grasshoppers. Martina Hingis spielt in diesem Jahr in der zweithöchsten Liga der Schweiz Interclub, mit dem neugegründeten Team TC Zug, das aufgrund der vorhandenen Spielstärke und einem frei gewordenen Platz in der NLB relativ hoch direkt einsteigen kann.

Auch die übrigen Spielerinnen haben eine beachtliche Vergangenheit: Mit Géraldine Dondit ist eine weitere Spielerin mit Fed-Cup-Erfahrung dabei, und die weiteren Stammspielerinnen Nadine Kenzelmann und Barbara Suter-Keller zählten einst zur nationalen Elite. Komplettiert wird das Team, das den gesamten Winter einmal pro Woche in der Ballonhalle des TC Allmend Zug trainiert hat, durch zwei Juniorinnen.

Die vier Spielerinnen sind alle aus dem gleichen Alterssegment, kennen sich von früher und sind allesamt im Grossraum Zug tätig, der Stadt, in der Hingis mit ihrer Famile wohnt. Das Quartett, hätte auch in der Kategorie 40+, also tennistechnisch in der Schweiz gesprochen bei den Seniorinnen, mitspielen können – wäre dort aber quasi im Schlafwagen zum Meistertitel gekommen.

25 Grand-Slam-Titel gegen Dählhölzli

Die Resultate stehen für die Frau, die einst als erste Schweizerin in einer Weltsportart dominierte, aber nicht im Vordergrund: «Natürlich wollen wir so erfolgreich wie möglich sein, aber der Spass ist mit Abstand das Wichtigste.» Die Gegnerinnen werden sich vorsehen müssen: Hingis ist vom Verband Swiss Tennis aktuell immer noch als N1.8 eingestuft.

Ihre letzte offizielle Partie bestritt die Gewinnerin von 25 Grand-Slam-Turnieren, die während vier Jahren das WTA-Einzelranking anführte, am 29. Oktober 2017 im Doppel-Halbfinal des WTA-Masters in Singapur. Im Februar 2019 wurde sie Mutter von Lia, seither hat sie wieder regelmässig gespielt. Mit ihrem sportlichen Ehemann Harald Leemann, aber auch als Sparringpartnerin an der Tennisschule ihrer Mutter Melanie Molitor, unter anderem auch mit Belinda Bencic und konnte diese gemäss Insidern in einem Trainingssatz auch fordern. Für dieses Jahr sind auch Einsätze bei Legenden-Turnieren an den Majors geplant.

Als Hingis wie Kyrgios aufschlug

Der Grieche ist nicht der erste Tennisspieler, der von unten aufschlug. Auch schon Martina Hingis griff vor 20 Jahren zu dieser unkonventionellen Methode. (Reuters, Youtube/Roland Garros)

Die Zugerinnen dürfen drei Heimspiele bestreiten, zuerst gegen Nyon (2. Mai) und dann zweimal in Innerschweizer Derbys gegen die Luzerner Vereine Allmend (9.5) und Lido (6.6), die Auswärtsreisen führen nach Bern zu Dählhölzli (16.5) und nach Sitten zu Les Iles (13.6). Eines ist jetzt schon klar: Der NLB-Interclub wird heuer medial und vom Zuschauerinteresse her so populär sein wie noch nie.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.