Sixday-Nights: Marvulli/Keisse jagen Hondo/Bartko
Aktualisiert

Sixday-NightsMarvulli/Keisse jagen Hondo/Bartko

Das Zürcher Hallenstadion verwandelt sich vom 30. November bis zum 3. Dezember in den «Wädlitempel». Der Schweizer Franco Marvulli zählt mit seinem Partner Iljo Keisse zu den Favoriten.

Franco Marvulli (vorne) will an den Sixday-Nights mit Iljo Keisse brillieren. (Bild: Keystone)

Franco Marvulli (vorne) will an den Sixday-Nights mit Iljo Keisse brillieren. (Bild: Keystone)

Ab dem Mittwochabend steht das Zürcher Hallenstadion wieder im Zeichen der Rundenjagd. In der auf vier Tage verkürzten Veranstaltung namens «Sixday-Nights» fordern Franco Marvulli/Iljo Keisse die Vorjahressieger Danilo Hondo/Robert Bartko.

Die vier Abende beinhalten das gleiche Programm wie früher das Sechstagerennen. Den Entscheid, die Tradition zu sprengen und das «schnellste Sechstagerennen der Welt» ins Leben zu rufen, wurde gemäss Mitinitiant Urs Freuler schon im letzten Januar geboren. An einer Sitzung mit den Sponsoren habe sich herauskristallisiert, dass sich das mittelfristige Zuschauerpotenzial bei 23 000 bis 25 000 Besuchern einpendle. Daraus sei abgeleitet worden, es mache mehr Sinn, an vier Abenden 6000 Eintritte zu verkaufen als wie letztes Jahr den Final am Sonntagnachmittag vor etwas mehr als 2000 Zuschauern austragen zu müssen.

Als «kompletten Unsinn» bezeichnet Freuler das Gerücht, mit der Reduktion des früheren Sechstagerennens auf vier Abende sei der schleichende Tod des Anlasses eingeleitet worden. Die einstige Sprintrakete weiter: «Der Vorverkauf lief im ähnlichen Rahmen wie letztes Jahr. Dies werte ich als Indiz dafür, dass wir die richtigen Massnahmen getroffen haben.»

Schwierige Teamgestaltung

Den Hauptbeitrag dazu, dass die Zuschauer erneut ins Hallenstadion kommen, müssen trotz eines ausgebauten Show-Teils die Fahrer leisten. Sie haben die bittere Pille der Verkürzung um zwei Tage brav geschluckt: «Lieber nur noch vier Abende als überhaupt kein Rennen mehr.» Aus der Sicht der Veranstalter ist es immer interessant, wenn einheimische Fahrer um den Sieg mitfahren können. Da spielte ihnen Tristan Marguet, der mit Franco Marvulli hätte zusammenspannen sollen, einen Streich. Der Romand besorgte sich im Februar während des Sechstagerennens in Kopenhagen ohne besondere Vorsicht eine Kopfwehtablette, von der ein Wirkstoff zwar im Training erlaubt, im Wettkampf aber nicht zugelassen ist. Über Marguet, dem keine böse Absicht unterstellt werden kann, wurde eine Sperre verhängt, die am 15. Dezember zu Ende geht.

Marvulli wieder Alexander Aeschbach zuzuteilen, mit dem er letztes Jahr den 2. Platz erreichte, ging gemäss den Organisatoren nicht, weil der Aargauer bereits als «Taxifahrer» mit der Aufgabe vorgesehen war, einen jungen Fahrer - in diesem Fall Dominique Stark - ins Metier einzuführen. Um Marvulli die Möglichkeit zu bieten, seine über ein Jahr anhaltende Sieglosigkeit zu beenden, musste starker Ersatz her. Dieser heisst Iljo Keisse. Der Belgier musste ausgerechnet sein Heimrennen in Gent in der Rolle des Zuschauers verfolgen. In einer verworrenen Doping- und Rechtsangelegenheit hatte Keisse eine nur in seinem Heimatland gültige Restsperre abzusitzen.

Der Dreikampf um den Gesamtsieg

Marvulli/Keisse gehören zweifellos zum Favoritenkreis. Aber auch ihr Weg zum Triumph führt über die Vorjahressieger Danilo Hondo/Robert Bartko. Die beiden Deutschen sind Routiniers. Hondo hat sich auch auf der Strasse dank seiner Spurtstärke und in den letzten zwei Saisons als Anfahrer für Alessandro Petacchi (It) einen Namen gemacht. Bartko zählt zusammen mit Keisse zum Kreis der Top-Spezialisten in den Sechstagerennen.

Bartko siegte zusammen mit Kenny de Ketele (Be) in Gent. Im Hallenstadion spannt de Ketele mit seinem Landsmann Tim Mertens zusammen und zählt ebenso zu den Anwärtern auf einen Spitzenplatz wie Danny Stam/Leon van Bon (Ho) oder Marc Hester/Jesper Mörkov (Dä). Mit lediglich fünf Verlustrunden machten in Gent die jungen Claudio Imhof und Silvan Dillier gute Figur und beeindruckten sogar den früheren Sixjours-Star Patrick Sercu. Imhof und Dillier gelten als die grosse Hoffnung im Schweizer Bahn- und Profiradsport. Ihre welschen Pendants, Loïc Perizzolo und Cyril Thièry, können im Hallenstadion nicht antreten, weil sie am Bahn-Weltcup in Kolumbien engagiert sind. (si)

Die Profi-Teams

1 Franco Marvulli/Iljo Keisse (Sz/Be).

2 Tim Mertens/Kenny de Ketele (Be).

3 Martin Blaha/Vojtech Hacecky (Tsch).

4 Dominik Stucki/Glenn O'Shea (Sz/Au).

5 Danny Stam/Leon van Bon (Ho).

6 Claudio Imhof/Silvan Dillier (Sz).

7 Danilo Hondo/Robert Bartko (De).

8 Bernhard Oberholzer/Andreas Müller (Sz/Ö).

9 Robert Bengsch/Marcel Barth (De).

10 Marc Hester/Jesper Mörkov (Dä).

11 Leif Lampater/Christian Grasmann (De).

12 Alexander Aeschbach/Dominique Stark (Sz).

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