Neue GM-Chefin: Mary Barra: «Keine beschissenen Autos mehr»
Aktualisiert

Neue GM-ChefinMary Barra: «Keine beschissenen Autos mehr»

Von der Werkstudentin zur CEO: Mit Mary Barra steht erstmals eine Frau an der Spitze des Autobauers General Motors. Und diese Frau hat definitiv Benzin im Blut.

von
dno
Mary Barra ist die Tochter eines langjährigen GM-Arbeiters.

Mary Barra ist die Tochter eines langjährigen GM-Arbeiters.

Zum ersten Mal leitet eine Frau die Geschicke des grössten US-Autobauers General Motors. Und die 51-Jährige kommt schnell auf den Punkt: «Keine beschissenen Autos mehr», so die Haltung, die sie ihren Mitarbeitern eintrichtert, wie sie der Zeitschrift «Fortune» kürzlich sagte. Es gebe keine Ausreden, jeder Mitarbeiter müsse sich dafür zuständig fühlen, dass gute Autos gebaut würden.

Gestern wurde bekannt, dass Barra die nächste CEO von GM werden wird. Doch wer ist die Frau, die am 15. Januar an der Spitze des grössten US-Autobauers stehen wird? Mary Barra ist die Tochter eines langjährigen GM-Arbeiters und wuchs in der Nähe von Detroit auf. Schon früh soll sie sich für Autos interessiert haben.

Einst GM-Werkstudentin

Barra hat am damaligen General Motors Institute (heute Kettering University) Elektrotechnik studiert. Schon während des Studiums arbeitete sie als Werkstudentin in einem Pontiac-Werk. Rasch wurde man bei GM auf sie aufmerksam. Mary Barra erhielt ein Stipendium für ein Betriebswirtschaftsstudium an der Stanford-Universität.

Während ihrer Karriere bei GM arbeitete sie als Assistentin des Vorstandchefs, leitete ein Autowerk und übernahm 2008 die Verantwortung für die Produktionstechnik in den GM-Fertigungsstätten der Welt.

«Talentiert und führungsstark»

«Sie ist eine der talentiertesten Führungskräfte, die ich in meiner Karriere angetroffen habe», sagte ihr Vorgänger Dan Akerson gestern. «Sie ist fähig Teams zu motivieren», sagt auch Stephanie Brinley, Analystin bei der Forschungsstelle IHS Global Insight. Für Brinley ist die Beförderung von Barra ein Zeichen, dass der Automobilsektor weniger sexistisch sei als zuvor. Für die neue Chefin werde es nun darum gehen, die Änderungen, welche Vorgänger Akerson dem krisengeschüttelten Autobauer verschrieben hat, fortzusetzen.

Der traditionsreiche Autobauer General Motors hat schwierige Jahre hinter sich. Die finanziellen Probleme führten 2009 dazu, dass ein Insolvenzverfahren eingeleitet wurde und das Unternehmen schliesslich mit Staatskrediten von 51 Milliarden Dollar gerettet werden musste. Heute ist das sanierte Unternehmen wieder profitabel. (dno/sda)

Deine Meinung