Schengen-Grenze: Maschinen statt Beamte am Schweizer Zoll
Aktualisiert

Schengen-GrenzeMaschinen statt Beamte am Schweizer Zoll

Die EU will Ausländern mit gutem Leumund eine schnellere Einreise ermöglichen. Auch die Schweiz wäre als Schengen-Staat verpflichtet, die elektronischen Zollbeamten an ihren Flughäfen aufzustellen.

von
kri
Elektronische Zoll-Abfertigung wie hier am Flughafen Frankfurt steht Bürgern von Schengen-Staaten bereits zur Verfügung.

Elektronische Zoll-Abfertigung wie hier am Flughafen Frankfurt steht Bürgern von Schengen-Staaten bereits zur Verfügung.

Im Januar stellte der US-Botschafter in Bern, Donald S. Beyer, der Schweiz die Teilnahme am Global Entry Program in Aussicht, mit dem ausländische Vielreiser in weniger als einer Minute durch den amerikanischen Zoll rauschen. Solche Automaten könnten schon bald auch an Schweizer Flughäfen stehen: Die EU plant ein ähnliches System, das Reisenden aus Drittländern eine beschleunigte Einreise an den Warteschlangen vorbei ermöglichen soll. Die Schweiz wäre als Schengen-Staat zur Übernahme verpflichtet.

Cecilia Malmström, die EU-Kommissarin für Innenpolitik, informierte am Donnerstag in Brüssel über das sogenannte Registered Traveller Programme (RTP). Sie geht davon aus, dass fünf Millionen Reisende aus Drittländern von der erleichterten Einreise Gebrauch machen würden, darunter vor allem Geschäftsleute, Kurzaufenthalter, Studenten sowie Angehörige von EU-Bürgern.

«Die Schweiz wird mitmachen»

Eine schnellere Abfertigung liege nicht nur im Interesse der Reisenden, wie Malmström betonte: «Laut Schätzungen trugen 2011 ausländische Reisende 271 Milliarden Euro zu unserer Wirtschaftsleistung bei», sagte die EU-Kommissarin. Gleichzeitig würden illegale Grenzübertritte sowie Visums-Überschreitungen erschwert. Ähnlich wie in den USA müssten interessierte Reisende vorgängig eine Sicherheitsüberprüfung durchlaufen, bevor sie den Status des «Registered Travellers» erhalten.

Die Schweiz war als Schengen-Staat bei den Vorgesprächen für das Programm dabei und beteiligte sich auch an der Machbarkeitsstudie, wie das Bundesamt für Migration (BFM) bestätigt. «Wann das Registered Traveller Programm eingeführt wird, ist noch unklar», erklärt BFM-Sprecher Jürg Walpen. Doch mit der heutigen Pressekonferenz der zuständigen EU-Kommissarin werde das Projekt definitiv konkret. «Wenn es so weit ist, wird die Schweiz mitmachen», so Walpen.

Deine Meinung