Aktualisiert 17.09.2007 10:47

Masernepidemie weitet sich aus

Die Masernepidemie in der Schweiz hat sich, ausgehend von der Innerschweiz, auf weitere Kantone ausgedehnt. Seit Anfang Jahr wurden 700 Fälle gemeldet. Spezialisten befürchten mit dem Schulbeginn eine weitere Zunahme unter Kindern.

Während der ersten drei Monate des laufenden Jahres hat die Schweiz laut einem BAG-Bulletin bereits das bei weitem höchste Masern-Vorkommen in Europa zu verzeichnen. Die Epidemie war Ende 2006 ausgebrochen. Von Anfang November bis Ende August wurden 733 Fälle gemeldet, davon 702 seit Anfang Jahr. Einen Höhepunkt erreichte die Epidemie im Juli mit 155 Fällen.

Entgegen der Erwartung habe die Epidemie also nicht zeitgleich mit der typischen Masernsaison, die vom Winterende bis Frühlingsanfang und den Sommerferien dauert, geendet. Die aussergewöhnliche zeitliche Ausdehnung sei wahrscheinlich Folge des Anteils und der Verteilung empfänglicher Menschen. Mit Wiederbeginn des Unterrichts an Schulen und Universitäten könnte es laut BAG zu einem erneuten Aufflammen der Masern kommen.

Innerschweizer Kinder betroffen

88 Prozent der Fälle entfielen auf die sechs Kantone Luzern, Bern, Zürich, Zug, Aargau und Genf. Fast die Hälfte der Fälle wurde im Kanton Luzern registriert. Während der ersten Monate des Ausbruchs waren die Kantone Luzern, Bern und Genf besonders betroffen.

Anschliessend breiteten sich die Masern in den Nachbarkantonen aus, hauptsächlich in Zug, im Aargau und in Zürich. Neue Herde wurden aus den Kantonen Basel-Stadt, Basel-Land und St. Gallen gemeldet. Gleichzeitig wurden in den anfänglich betroffenen Kantonen weiterhin Fälle registriert. Die lateinische Schweiz war und ist mit Ausnahme Genfs nur sehr gering betroffen.

Die Hälfte der Patienten war zwischen sechs und 17 Jahre alt, der Median lag bei zehn Jahren. Rund 90 Prozent der Erkrankten waren nicht geimpft. Bisher wurden 54 Patienten hospitalisiert. 37 hatten eine Pneumonie, vier eine Hirnentzündung und 36 eine Ohrenentzündung. Bisher gab es keine Todesfälle.

Weitere Epidemien in Europa

Auch in anderen europäischen Ländern gab es während des ersten Halbjahres 2007 Masernausbrüche, so beispielsweise in Deutschland mit 480 Fällen und in Spanien mit 249 Fällen. Laut Bulletin erleben England und Wales derzeit die schwerste Masernepidemie der letzten 20 Jahre. (dapd)

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