Corona-Pandemie: Masken verstopfen WC-Leitungen – Reinigungsfirma schlägt Alarm
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Corona-PandemieMasken verstopfen WC-Leitungen – Reinigungsfirma schlägt Alarm

Hast du auch schon eine Maske das WC runtergespült? Aufgepasst! Sie könnte eine WC-Leitung verstopfen. Man erhalte so viele Anfragen wegen Masken, dass der Ansturm kaum zu bewältigen sei, sagt ein Reinigungsunternehmer.

von
Marcel Urech
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Masken lösen sich im Gegensatz zu Toilettenpapier nicht im Wasser auf.

Masken lösen sich im Gegensatz zu Toilettenpapier nicht im Wasser auf.

Kanal-Kollektiv
Das verursacht Verstopfungen und Überschwemmungen.

Das verursacht Verstopfungen und Überschwemmungen.

Kanal-Kollektiv
Grosse Schäden kann es zum Beispiel in Mehrfamilienhäusern geben.

Grosse Schäden kann es zum Beispiel in Mehrfamilienhäusern geben.

Kanal-Kollektiv

Darum gehts

  • Viele Schweizer spülen ihre Corona-Masken das WC herunter.

  • Das verursache Verstopfungen und Überschwemmungen, warnt ein Reinigungsunternehmer.

  • Seit der Maskenpflicht habe er rund 20 Prozent mehr Aufträge.

«Wir werden seit der Maskentragpflicht fast täglich damit beauftragt, Verstopfungen in Schmutzwasserleitungen zu beheben», sagt Reto Hofmann, Geschäftsführer vom Reinigungsunternehmen Kanal-Kollektiv. Viele Schweizer würden ihre Corona-Masken die Toilette runterspülen, weil sie kontaminiert sein könnten. Im Gegensatz zu Toilettenpapier lösen sich die Masken aber im Wasser nicht auf. Das verursache Verstopfungen und Überschwemmungen, warnt Hofmann.

Grosse Schäden könne es zum Beispiel in Mehrfamilienhäusern geben, wo die engen Sammelleitungen oft verstopft seien – und dann hätten alle Bewohner ein Problem. Die Masken blieben in Schweissnähten und Leitungsbögen hangen. Das Material, das von den Toiletten runtergespült werde, verstopfe dann die Leitungen komplett.

Versicherungen übernehmen Schäden oft nicht

Viele Versicherungen würden es als grob fahrlässig erachten, Masken im WC runterzuspülen und darum den Schaden nicht oder nur teilweise übernehmen. «Deshalb beauftragen uns Liegenschaftsverwaltungen vermehrt damit, mittels Rohrkamera die Ursache einer Verstopfung zu eruieren», sagt Hofmann. Das sei allerdings ein schwieriges Unterfangen.

ERZ Entsorgung + Recycling Zürich sagt auf Anfrage der Redaktion, dass die für den Unterhalt der Kanalisation zuständigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seit der Einführung der Maskenpflicht «vereinzelte Masken» in der Kanalisation finden würden. Diese würden aber nicht zu Verstopfungen der Kanalisation führen. Auch die Mobiliar nimmt Stellung: Sie könne nicht beurteilen, ob es in in letzter Zeit durch die Masken vermehrt zu verstopften Rohrleitungen gekommen sei. Das werte man nicht aus.

Im Rahmen ihrer Haushalts- und Gebäudeversicherung bietet die Versicherung aber auch einen Rohrreinigungsservice an. Man übernehme die Kosten für die Durchführung der notwendigen Sofortmassnahmen inklusive Rohrreinigungsservice bis maximal 1000 Franken pro Schadenereignis, ohne Selbstbehalt. Entstehe aufgrund der verstopften Wasserleitung ein Folgeschaden am Gebäude, entschädige man den Folgeschaden, der durch das ausfliessende Wasser entstanden ist.

20 Prozent mehr Aufträge wegen Masken

Eigentlich könne er sich ja über das zusätzliche Geschäft freuen, sagt Hofmann. Das Auftragsvolumen habe seit Sommer alleine wegen der Masken um 20 Prozent zugenommen. Viele Aufträge müsse man sogar ablehnen, da man nicht mehr nachkomme. Sein Team sei in der Nacht auf Montag in Zürich-Wiedikon um 2.30 Uhr ausgerückt, um eine Maske zu entfernen. Sie habe sich in einem Leitungsbogen verheddert und die Toilettenspülungen verstopft. In den letzten Monaten habe es wegen der Masken immer wieder solche Einsätze gegeben.

Um die Situation besser zu meistern, seien kostspielige Investitionen in Fahrzeuge, Maschinen und Zubehör nötig. Da aber nicht klar sei, wie lange es die Maskentragpflicht noch gibt, sei das nicht sinnvoll. “Deshalb appellieren wir unermüdlich an unsere Kunden, die Masken nicht in der Toilette runterzuspülen”, sagt Hofmann.

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