26.10.2020 21:23

Vielen Kantonen geht das zu weitMaskenpflicht gilt im Tessin ab morgen auch im Freien

Die Tessiner Regierung verschärft ab Dienstag die Corona-Massnahmen. Dazu gehört eine Erweiterung der Maskenpflicht und ein Verbot von Kontaktsportarten.

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Im Tessin wurde die Erweiterung der Maskenpflicht beschlossen: Ein Mann mit Hygienemaske läuft an der Uferpromenade von Ascona.

Im Tessin wurde die Erweiterung der Maskenpflicht beschlossen: Ein Mann mit Hygienemaske läuft an der Uferpromenade von Ascona.

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Nicht nur in Innenräumen, sondern auch im Freien muss nun eine Maske getragen werden, wenn der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann.

Nicht nur in Innenräumen, sondern auch im Freien muss nun eine Maske getragen werden, wenn der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann.

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Der Bundesrat hat für Mittwoch neue Massnahmen angekündigt. 

Der Bundesrat hat für Mittwoch neue Massnahmen angekündigt.

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Darum gehts

  • Im Tessin wird eine Maskenpflicht im Freien eingeführt, wenn der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann.

  • Damit reagiert der Kanton noch vor den Ankündigungen des Bundesrates vom kommenden Mittwoch.

  • Für die meisten Kantone führt eine Maskenpflicht im Freien zu weit.

Im Tessin gilt ab Dienstag eine Maskenpflicht im Freien, wenn der Mindestabstand zu anderen Personen nicht eingehalten werden kann. Ausserdem verbietet die Regierung jeglichen Breitensport mit Körperkontakt. Mit den verschärften Massnahmen mache das Tessin «einen Schritt vorwärts», erklärte Regierungspräsident Norman Gobbi am Montag vor den Medien. Der Bundesrat hat für Mittwoch neue Massnahmen angekündigt.

Kein Fussball mehr im Verein, kein Basketballduell mehr an der Herbstsonne: Die Tessiner Regierung verbietet ab kommenden Mittwoch jegliche Sportarten mit Körperkontakt. Ausnahmen gelten für Profisportler sowie für Sporttrainings von Kindern. Auch die Turnstunden von Kindern und Jugendlichen in obligatorischen Schulen sind von der Regelung ausgenommen.

Maskentragen wenn es eng wird

Ausserdem verschärft die Tessiner Regierung die Maskenpflicht. Diese gilt nun auch im Freien, und zwar überall dort, wo der vorgeschriebene Mindestabstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden kann.

In Restaurants gilt weiterhin, dass nur im Sitzen konsumiert werden darf. Pro Tisch dürfen neu maximal vier Personen sitzen. Ausnahmen gelten lediglich für Familien, wie Regierungspräsident Norman Gobbi am Montagnachmittag erklärte. Für Privatanlässe gilt eine Obergrenze von 15 Personen.

«Richtige Massnahmen im richtigen Moment»

Mit den verschärften Massnahmen mache die Tessiner Regierung «einen Schritt vorwärts», sagte Gobbi und spielte damit auf die vielfach geäusserte Kritik am Bundesrat an, der trotz rasant steigender Neuinfektionen mit weiteren Massnahmen bis Mittwoch abwartet.

Es gehe jetzt darum, «die richtigen Massnahmen im richtigen Moment» zu verhängen, erklärte Gobbi weiter. Nach der Erfahrung des Tessins vom letzten Frühling wisse die Regierung nur allzu gut, dass die verfügten Regeln von der Bevölkerung unterstützt, aber auch «ertragen» werden müssten. Deshalb sei es wichtig, den richtigen Moment dafür zu wählen. «Jeder einzelne Tag zählt», sagte auch Raffaele De Rosa, Vorsteher des Departements für Gesundheit und Soziales. Ein zweiter Lockdown müsse mit allen Mitteln verhindert werden.

Die Tessiner Regierung werde am Mittwoch verfolgen, was der Bundesrat entscheidet und die neuen nationalen Massnahmen dann evaluieren, schloss Gobbi.

Kantone halten wenig von Maskenpflicht im Freien

Eine generelle Maskenpflicht führt für die meisten Kantone zu weit. Wenn, dann kommt für sie eine Maskenpflicht draussen nur eingeschränkt in Frage, beispielsweise in der Einkaufszone oder auf Strassenmärkten, wie der «Blick» unter Berufung auf Regierungsratsaussagen schreibt.

Als Alternative nennt der Zuger Regierungsrat Martin Pfister gegenüber der Zeitung eine Reduktion der Personenanzahl bei Ansammlungen. Diese Vorgabe sei leichter zu kontrollieren und durchzusetzen.

(SDA/kat)

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