22.09.2020 14:00

Maskenpflicht in Läden Maskenverweigerer beschimpfen Verkäuferinnen als «Nazis»

Basler Verkaufspersonal muss sich von Maskenverweigerern Übles anhören. Eine Verkäuferin rechnet täglich mit Querulanten, das Gesundheitsdepartement spricht von Einzelfällen.

von
Elodie Kolb
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Nicht alle halten sich an die Maskentragpflicht in Einkaufsläden. In Basel sehen sich Verkaufspersonal und Ladeninhaber mit Maskenverweigerern konfrontiert.

Nicht alle halten sich an die Maskentragpflicht in Einkaufsläden. In Basel sehen sich Verkaufspersonal und Ladeninhaber mit Maskenverweigerern konfrontiert.

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«Was wurden wir in den letzten Wochen nicht alles beschimpft», sagt eine Verkäuerin gegenüber der «Basler Zeitung». Unter den Beleidigungen seien nicht nur Schimpfwörter wie «Arschloch» und dergleichen. Auch Bezeichnungen wie «Neonazi» oder «Stasi» müssten sie sich anhören.

«Was wurden wir in den letzten Wochen nicht alles beschimpft», sagt eine Verkäuerin gegenüber der «Basler Zeitung». Unter den Beleidigungen seien nicht nur Schimpfwörter wie «Arschloch» und dergleichen. Auch Bezeichnungen wie «Neonazi» oder «Stasi» müssten sie sich anhören.

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Und dies nur, weil das Personal die Kunden auf die Maskenpflicht hinweise.

Und dies nur, weil das Personal die Kunden auf die Maskenpflicht hinweise.

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Darum gehts

  • In Basel werden Verkaufspersonal und Ladeninhaber mit Maskenverweigerern konfrontiert.
  • Wie eine Verkäuferin gegenüber der BaZ sagt, hört sie immer wieder üble Beschimpfungen.
  • Pro Innenstadt und das Gesundheitsdepartement gehen bei Verweigerern aber von Einzelfällen aus.

Verkaufspersonal leidet unter der Maskenpflicht in den Einkaufsläden Basels. Denn es wird zum Teil übel von Personen angegangen, die sich weigern, dieser Pflicht nachzukommen. «Was wurden wir in den letzten Wochen nicht alles beschimpft», sagt eine Verkäuerin gegenüber der «Basler Zeitung».

Unter den Beleidigungen seien nicht nur Schimpfwörter wie «Arschloch» und dergleichen. Auch Bezeichnungen wie «Neonazi» oder «Stasi» müssten sie sich anhören. Und dies nur, weil das Personal die Kunden auf die Maskenpflicht hinweise.

Täglich zwei Querulanten

Die in einer Basler Traditionsbäckerei arbeitende Verkäuferin sagt, es handle sich dabei nicht um Einzelfälle. Sie rechne vielmehr mit durchschnittlich zwei Querulanten täglich, sagt sie. Auch die stellvertretende Geschäftsführerin der Coop-Pronto-Filiale am Barfüsserplatz kennt das Problem. Sie erzählt von einer Frau, die im Laden randaliert und mit Verkaufsware um sich geworfen habe. Vergangene Woche habe ein Mann den Supermarkt «wutentbrannt» verlassen und dabei eine Schwenktür zerstört.

Ihre zentral gelegene Filliale habe eine äusserst unterschiedliche Klientel und ziehe daher auch Extremfälle an. Sie halte die Verweigerer für eine kleine Minderheit, die sich in Grundsatzdiskussionen verzettelt. In einzelnen Fällen würden diese Leute dann handgreiflich. «In zwei Fällen mussten wir mit der Polizei drohen», sagt sie. 90 Prozent der Kunden würden sich aber an die Maskenpflicht halten, so die stellvertretende Geschäftsführerin.

Ladenbetreiber sind verantwortlich

Mathias F. Böhm, Geschäftsführer von Pro Innenstadt, schliesst sich der stellvertretenden Geschäftsführerin an und sagt: «Die Maskenpflicht wird in den meisten Geschäften gut befolgt.» Problempotenzial sieht er am ehesten in Bäckereien oder Take-away-Lokalen, wo die Kunden nur sehr kurz im Geschäft sind. Da gehe die Maske schnell mal vergessen.

Für die Einhaltung der Maskenpflicht sind die Ladenbetreiber verantwortlich. Wenn Kunden das Obligatorium nicht einhalten, können sie belangt und sogar gebüsst werden. «Betreiber müssen Personen, die sich nicht an das Maskenobligatorium halten, des Ladens verweisen», bestätigt Toprak Yerguz, Mediensprecher der Polizei Basel-Stadt. «Wird einem Verweis nicht Folge geleistet, kann die Kantonspolizei gerufen werden.» Dies sei aber selten der Fall, so Yerguz.

Ähnliches lässt laut BaZ das Gesundheitsdepartement Basel-Stadt verlauten. Stichproben hätten ergeben, «dass sich Kundinnen und Kunden nur vereinzelt gegen die Maskentragpflicht wehren», so Mediensprecherin Anne Tschudin. Die Maskenpflicht würde grundsätzlich gut umgesetzt.

Nachfolgeaktion zum Seifenboss

Und dennoch sind laut Tschudin einige Anfragen von Ladeninhabern zur Umsetzung der Maskenpflicht beim Gesundheitsdepartement eingegangen. Deshalb lanciere der Kanton Basel-Stadt nun eine Nachfolgeaktion zur #SeifenBoss-Kampagne. «Inhalt der Kampagne sind die aktuellen Verhaltens- und Distanzregeln», so Tschudin.

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172 Kommentare
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Schwengel

23.09.2020, 13:18

Naja wenn man sich ein wenig auskennt mit geschichte sollte vlt bei gewisser nachvollziehbarkeit klar sein dass definitiv parallelen bestehen..fehlt noch das gelbe kreuz auf der maske oder besser für alle die die verweigern...aber viele leute hatgen in geschichte einen fensterplatz..das einzige was ihr euch erinnert..sowas könnte uns niemals passieren..ironie aus

Fränzu

23.09.2020, 08:04

All die vom Bund eingekauften und jetzt produzierten Masken müsse ja weg. Sonst müssen sie die Ware früher oder später vernichten. Und wo wäre die Glaubwürdigkeit? Schliesslich hat ja der Bundesrat und der Herr Koch 3 Monate lang immer gesagt: Masken nützen nichts! Die wo der hypochondrischen Hysterie verfallen sind dürfen problemlos eine Maske freiwillig trage. Dem steht absolut nichts im weg.

Chantalle Meunier

22.09.2020, 16:22

Vorschlag: Maskentragen ist fakultativ. Erkrankungen im Zusammenhang mit dem Nichttragen von Masken, im Zusammenhang mit Covid, werden dagegen nicht mehr von der KK bezahlt. Auch nicht die Kuren auch nicht den Erwerbsausfall. Wer sich freiwillig in Gefahr begibt, muss auch etwas riskieren!