Corona-Demo in Bern - «Zweiklassengesellschaft hat in der Schweiz nichts verloren»

Corona-Demo in Bern«Zweiklassengesellschaft hat in der Schweiz nichts verloren»

Nach der Medienkonferenz des Bundesrates hat der Verein Mass-voll zu einer Spontandemonstration in Bern aufgerufen. Hunderte Demonstrierende marschierten durch die Altstadt.

von
Ressort Bern / Newsdesk
Massnahmen-Gegner demonstrieren in Bern

(Video: 20min)

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Donnerstag, 12.08.2021

Zusammenfassung

Am Donnerstagabend haben sich in Bern etwa 700 Personen zu einer Spontankundgebung zusammengefunden, um gegen die Corona-Politik des Bundesrats zu demonstrieren. Bei der Kundgebung waren viele Mitglieder des Vereins der Massnahmen-Kritiker «Mass-voll» dabei, auch die Freiheits-Trychler liefen an der Spitze des Umzugs mit.

Nicolas A. Rimoldi, Co-Präsident des Vereins «Mass-voll», erklärte gegenüber 20 Minuten, wieso zur Demo aufgerufen wurde: «Der Bundesrat hat sein Wort gebrochen. Er sagte, die Massnahmen werden in der Normalisierungsphase aufgehoben. Nun sind wir in dieser Phase. (...) Die Zwangsmassnahmen müssen sofort weg». Ein weiteres Thema sei das Covid-Zertifikat. Auch das müsse weg. «Eine Zweiklassengesellschaft hat in der Schweiz nichts verloren», so Rimoldi.

«Freiheit ist ein Recht und kein Privileg»

Die Demonstrierenden skandierten «Freiheit, Freiheit». Eine Demonstrantin sagte zu 20 Minuten, ihrer Meinung nach habe der Bund «kein Recht», die Freiheiten der Menschen einzuschränken. «Freiheit ist ein Recht und kein Privileg», erklärte die junge Frau, die extra aus dem Aargau angereist war.

Die Polizei war mit einem sichtbaren Aufgebot vor Ort. Sie sperrten den Bundesplatz ab. Die Demonstrierenden hatten zuvor angekündigt, bis zum Bundesplatz marschieren zu wollen.

Schliesslich erreichte der Umzug eine Stunde später den Bahnhof. Dort hatte sich eine kleine Gruppe von Gegendemonstranten eingefunden. Sie wendeten sich gegen die Massnahmengegner und riefen «Siamo tutti antifascisti».

Die Kundgebung verlief friedlich, zum Abschluss sangen einige Massnahmengegner die Nationalhymne.

Demo beendet

Immer mehr Leute verlassen die Demo. In Kürze folgt hier eine Zusammenfassung des heutigen Abends. Danke fürs Zuschalten!

Jetzt wird die Hymne gesungen

Der ganze Umzug hat den Bahnhof erreicht. Einige singen zum Abschluss die Nationalhymne.

Polizei trennt Massnahmengegner von Gegendemo

Beim Bahnhof findet eine Demo von Menschen, die sich gegen die Massnahmengegner wendet. «Siamo tutti antifascisti», skandieren sie. Die Polizei trennt beide Gruppen.

Starke Polizeipräsenz am Bahnhof

Rundgang beendet

Die Spitze des Umzugs ist mittlerweile wieder am Bahnhofplatz angelangt.

Demonstrierende ohne Masken

Auf den Bildern ist die grosse Mehrheit der Teilnehmer und Teilnehmerinnen des Demonstrationszuges ohne Masken zu sehen.

Bundesplatz ist abgesperrt

Die Demonstrierenden hatten angeblich vor, zum Bundeshaus zu gehen, doch die Polizei hat alle Wege zum Bundesplatz abgesperrt.

Lea wehrt sich gegen Salami-Politik

Lea kam heute extra aus dem Aargau angereist, wie sie erzählt. Sie sei in Bern, weil sie der Meinung ist, dass der Bund kein Recht habe, die Freiheiten der Menschen einzuschränken. Freiheit sei ein Recht und kein Privileg, so Lea. Darum trägt sie ein Schild, auf dem sie die «Salami-Politik» des Bundesrats anprangert.

Kornhausbrücke ist gesperrt

Der Demonstrantenzug bewegt sich in Richtung Kornhausbrücke. Doch die ist momentan mit dem Pop-Up «Sur le Pont» belegt. In den sozialen Medien war dazu aufgerufen worden, das Pop-Up zu stürmen, weil dort Zertifikatspflicht herrscht. Die Polizei zeigt daher Präsenz und der Demonstrationszug zieht am Kornhausplatz vorbei.

Trychler ziehen durch die Stadt

«Freiheits-Trychler» ziehen ebenfalls mit den Corona-Gegner mit.

Rimoldi im Interview

«Eine Zweiklassengesellschaft hat in der Schweiz nichts verloren»

(Video: 20min)

200 Personen beim Bahnhof

Schätzungsweise 200 Personen haben sich mittlerweile am Bahnhofplatz eingefunden. Um 19 Uhr soll der Start zum Umzug erfolgen.

20 Minuten berichtet live.

Kantonspolizei hält sich bereit

Die Kantonspolizei Bern hat von beiden Demo-Aufrufen Kenntnis, wie Mediensprecher Christoph Gnägi auf Anfrage von 20 Minuten sagt. «Wir beurteilen die Lage laufend und werden unser Dispositiv kurzfristig den Gegebenheiten anpassen», sagt er. Unter anderem werde es auch darum gehen, die beiden demonstrierenden Gruppen auseinanderzuhalten um mögliche Konflikte zu verhindern.

Warum soll demonstriert werden?

«Wir hatten vom Bundesrat erwartet, dass alle Corona-Zwangssmassnahmen ersatzlos gestrichen werden», sagt Nicolas A. Rimoldi, Co-Präsident von Mass-Voll auf Anfrage von 20 Minuten. «Im Mai hat er uns versprochen, dass alle Massnahmen wegfallen, sobald die Normalisierungsphase beginnt. Die beginnt jetzt, aber trotzdem hält der Bundesrat an den Massnahmen fest.»

«Die Ausweitung der Zertifikatspflicht im nahen und fernen Ausland macht uns Sorgen», so Rimoldi weiter. «Es ist nur eine Frage der Zeit, bis man auch in der Schweiz nur noch mit Impfung ins Restaurant, an die Uni oder in den ÖV kommt, und das wollen wir verhindern.»

Gegendemo angekündigt

Am Mittwochabend wird auf dem Instagram-Account «berngegenrechts» zu einer Gegendemo aufgerufen. Mass-Voll bestehe aus Corona-Leugnerinnen und -leugnern und Faschistinnen und Faschisten. Man wolle nicht zulassen, dass eine solche Organisation in der Stadt Bern demonstrieren kann. «Wir halten dagegen und stellen uns ihnen in den Weg», heisst es weiter.

Die Ausgangslage

Noch während der Medienkonferenz des Bundesrates am Mittwoch fragt der Coronamassnahmen-kritische Verein Mass-Voll in seiner Telegram-Gruppe: «Wollt ihr eine Demo auf dem Bundesplatz in Bern?» Eineinhalb Stunden später folgt der Aufruf: «Das Mass ist voll! Alle nach Bern!». Es soll um 19 Uhr eine Spontandemo auf dem Bundesplatz geben.

In den Gruppen der Coronamassnahmen-Kritikerinnen und -Kritiker wird der Aufruf derweil fleissig geteilt. Am Donnerstagmittag schickte der Verein Freunde der Demokratie einen Aufruf per Mail und rief ebenfalls dazu auf, an der Protestaktion teilzunehmen.

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