Massenausbruch aus nigerianischem knast
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Massenausbruch aus nigerianischem knast

In der südnigerianischen Stadt Onitsha haben Unbekannte am Montag mehr als 200 Gefängnisinsassen befreit. Die Angreifer drangen in das Gefängnis der Stadt ein und zündeten einige Gebäudeteile an.

Nach Angaben einer leitenden Gefängnismitarbeiterin wurden bei dem Angriff um drei Uhr nachts 204 Häftlinge befreit. Erst im Februar waren aus demselben Gefängnis bei Spannungen zwischen unterschiedlichen Religionsgemeinschaften rund 700 Gefangene gewaltsam befreit worden.

Über der Stadt Onitsha im Bundesstaat Anambra war am Sonntag eine einwöchige Ausgangssperre verhängt worden, nachdem dort am Freitag erneut Unruhen begonnen hatten.

Ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichtete, dass vier der Befreiten freiwillig zurückkehrten. Einer von ihnen, Bright Chukwujekwu, sagte, die Angreifer seien mit Schusswaffen, Macheten, Hammern, Eisenstangen und Säure bewaffnet gewesen. Sie hätten Gefängnismitarbeiter angegriffen und mehrere von ihnen verletzt.

Die Angreifer hätten sich als Mitglieder der seit Samstag verbotenen Bewegung für die Wiederherstellung des souveränen Staates Biafra (MASSOB) vorgestellt. MASSOB-Sprecher David Chinedu bestritt einer Beteiligung seiner Gruppe an der Gefangenbefreiung.

Nach Presseberichten waren am Freitag bei Zusammenstössen zwischen mutmasslichen MASSOB-Mitgliedern und der Polizei in Onitsha mehrere Menschen getötet worden. Die Region Biafra war 1967 von Rebellen als unabhängiger Staat ausgerufen worden, wurde aber 1970 nach einem dreijährigen Krieg wieder in Nigeria eingegliedert.

(sda)

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