Aktualisiert 19.11.2011 21:54

Horrorunfall im Nebel

Massencrash fordert drei Tote und 35 Verletzte

Im dichten Nebel sind auf einer deutschen Autobahn 53 Fahrzeuge ineinander gekracht. Dabei kamen drei Personen ums Leben. Bei einer Frontalkollision sind zudem in Aachen fünf Menschen getötet worden

Drei Tote, 35 Verletzte und Sachschaden in noch unbekannter Höhe: Das ist die verheerende Bilanz einer Massenkarambolage im deutschen Bundesland Nordrhein-Westfalen. Auf der Autobahn 31 sind zwischen den Anschlussstellen Heek und Gronau-Ochtrup (Kreis Borken) am Freitagabend 52 Fahrzeuge ineinandergerast, wie die Polizei mitteilte.

Bei den Toten handelt es sich um eine Frau und zwei Männer. 14 Personen wurden schwer verletzt, 21 leicht. Unter den Verletzten befanden sich auch sechs Kinder, das jüngste im Alter von sechs Monaten. Es wurde leicht verletzt. Polizei und Feuerwehr aus dem gesamten Münsterland rückten zum Grosseinsatz aus. Erst nach Mitternacht konnte der letzte Verkehrstote geborgen werden.

Nebel als Unfallursache?

An der Unfallstelle in Fahrtrichtung Emden behinderte bei Eintreffen der Rettungskräfte Nebel die Sicht. Ob dies alleine oder auch überhöhte Geschwindigkeit den Unfall ausgelöst habe, sei zurzeit zwar noch unklar, sagte eine Polizeisprecherin. «Fakt ist, dass es Nebelbänke gab. Ob sie die Ursache waren, müssen die Ermittlungen ergeben», sagte Polizeisprecher Jan Schabacker. Erst am späten Samstagabend teilte die Polizei mit, die Aufräumarbeiten seien beendet. Die Vollsperrung der Autobahn 31 zwischen Heek und Gronau-Ochtrup wurde demnach wieder aufgehoben.

An der Karambolage, die sich im Abendverkehr gegen 19.15 Uhr ereignete, waren demnach sowohl Autos als auch Lastwagen beteiligt. Die Unfallstelle erstreckt sich über die gesamte Fahrbahnbreite auf einer Länge von mehreren hundert Metern.

Wegen des Unglücks waren den Angaben zufolge mehr als 100 Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst vor Ort. Rettungskräfte aus dem gesamten Münsterland waren im Einsatz. Sie konnten nach und nach alle in ihren Fahrzeugen eingeschlossenen Menschen befreien. Rettungshelikopter konnten wegen des Nebels nicht eingesetzt werden. Die Verletzten wurden in notdürftig aufgestellte Versorgungszelte und umliegende Kliniken gebracht. Notfallseelsorger kümmerten sich um die aufgewühlten Menschen.

Fünf Tote bei Unfall in Aachen

Zudem sind bei einem Verkehrsunfall in Aachen fünf Menschen ums Leben gekommen. Das Unglück ereignete sich gegen 01.20 Uhr, als auf der Bundesstrasse 258 zwei Autos frontal zusammenstiessen. Zwei Menschen wurden schwer verletzt. Nebel kann nicht die Ursache gewesen sein. «Hier war es sternenklar», sagte Polizeisprecher Paul Kemen am Samstag. Ein Sachverständiger klärt nun, ob eines der Autos viel zu schnell fuhr.

Vermutlich habe ein 24 Jahre alter Fahrer die Kontrolle über sein Auto verloren und sei in den Gegenverkehr geraten, teilte die Polizei mit. Der Fahrer selbst, ein 19 Jahre alter Mann, und eine 22 Jahre alte Frau kamen in seinem Wagen ums Leben, eine 20 Jahre alte Mitfahrerin erlitt schwere Verletzungen.

Fahrer und Beifahrerin des entgegenkommenden Wagens, ein 47 Jahre alter Mann und eine 45 Jahre alte Frau, waren ebenfalls sofort tot. Eine 32 Jahre alte Frau wurde schwer verletzt.

Die Verletzten, die Zeugen, die Helfer und die Polizei seien wegen der schlimmen Szenen von drei Notfallseelsorgern betreut worden, sagte Kemen.

Drei Tote und mehrere Dutzend Schwerverletzte bei Massenkarambolage auf der deutschen Autobahn A31

(Video: YouTube/wmtv) (sda/dapd)

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