Versenkte Urnen: Massengrab im Zürichsee entdeckt
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Versenkte UrnenMassengrab im Zürichsee entdeckt

Angestellte der Seerettung haben bei Küsnacht am Zürichsee einen makabren Fund gemacht: Sie entdeckten auf dem Seeboden über 50 Urnen mit menschlicher Asche.

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erf
Taucher bei Küsnacht ZH (Symbolbild)

Taucher bei Küsnacht ZH (Symbolbild)

Ein Sprecher der Kantonspolizei Zürich bestätigte einen Artikel im «Blick» vom Montag, wonach die Urnen vor Küsnacht gefunden worden seien. Die Angestellten der Seerettung waren eigentlich auf der Suche nach ihrem Sonnendach, das vom Boot gefallen war.

Bei ihrem Tauchgang stiessen sie jedoch auf zahlreiche Tongefässe, die auf einem Haufen auf dem Seegrund lagen. Die Kantonspolizei Zürich holte die Gefässe ab und sucht nun nach den Verantwortlichen.

Der Verdacht fällt auf Dignitas

«Die Urnen liegen noch nicht lange dort unten», sagte Taucher Roman Ruetz zu «Blick». Die Frage drängt sich auf: Wer kann sie dort versenkt haben? Das Boulevard-Blatt vermutete die Sterbeorganisation Dignitas von Ludwig A. Minelli hinter der Aktion.

Bereits im Herbst 2008 wurden am Zürichsee Knochenreste und Asche entdeckt, die darauf hindeuteten, dass es sich um die Entsorgung menschlicher Überreste handelte. Soraya Wernli, Ex-Mitarbeiterin von Dignitas, beschuldigte schon damals Ludwig A. Minelli, hinter der Massenbestattung zu stecken. Dignitas-Mitarbeiter hätten die Urnen der Sterbetouristen jeweils im Kreatorium Zürch-Nordheim abgeholt und beim Dignitas-Gründer im Keller zwischengelagert. Anschliessend seien sie im Morgengrauen in den Zürichsee geworfen worden. «Es ist derselbe Ort, an dem jetzt der grausige Fund gemacht wurde», schreibt der «Blick».

Seebestattungen in grosser Zahl verboten

Eine Zürcher SP-Kantonsrätin wollte vor anderthalb Jahren von der Kantonsregierung wissen, ob Seebestattungen überhaupt zulässig seien. Der Regierungsrat schrieb in seiner Antwort, dass mit einer Busse rechnen müsse, wer gewerbsmässig Urnenbestattungen in Zürcher Gewässern vornimmt. Für solche Bestattungen sei eine Konzession nötig. Wer diese nicht einhole, müsse eine Busse bis zu 50 000 Franken bezahlen. Bei Gewinnsucht könne die Busse unbeschränkte Höhe erreichen. (erf/sda)

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