Massenhaft falsche Rechnungen per E-Mail

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Massenhaft falsche Rechnungen per E-Mail

Zahllose Schweizer Mail-Empfänger haben in den letzten Tagen eine Zahlungsaufforderung des Berner Rechtsanwalts Hans E. Rüegsegger über mehrere hundert Euro erhalten. Der Anwalt hat die Mails allerdings nie abgeschickt.

In einem offensichtlich hunderttausendfach verschickten Schreiben wird den Empfängern kurz und knapp mitgeteilt, dass die Anwaltskanzlei Rüegsegger aus Bern im Namen der Firma Andreas & Manuel Schmidtlein handle und folgende Forderung geltend macht: «Sie schulden meiner Mandantschaft 742 Euro.» Wegen angeblichen Verzugs der Zahlung beläuft sich die Gesamtsumme auf ein Total von 829 Euro.

Um dem Schreiben Nachdruck zu verleihen, wird mit strafrechtlichen Ermittlungen gedroht. Ausserdem wird dem Empfänger weiss gemacht, dass er sich auf der Webseite P2P-heute.com für einen kostenpflichtigen Dienst angemeldet habe, und dass seine IP-Adresse eindeutig identifiziert wurde.

Den Anwalt gibt's, aber er hat nichts damit zu tun

Die als Absender erwähnte Anwaltskanzlei in Bern gibt es tatsächlich. Hans E. Rüegsegger warnt aber auf seiner Webseite ausdrücklich vor dem miesen Trick: «Achtung: Wenn Sie kürzlich Mails mit meinem Absender und einer Zahlungsaufforderung erhalten haben, dann telefonieren Sie mir bitte nicht. Diese Mails, die Sie zur Zahlung eines Betrags auffordern, sind nicht von mir verschickt worden. Sie haben mit meiner Kanzlei nicht das Geringste zu tun!».

Herr Rüegsegger war weder telefonisch noch per Mail oder über den Fax für ein Interview zu erreichen. Er schreibt auf seiner Webseite: «Im Augenblick ist keine E-Mail Adresse, keine Telefonnummer und keine Faxnummer verfügbar. Sie können mich nur über die Post erreichen.»

Anhang ja nicht öffnen!

Auch die Gebrüder Schmidtlein gibt es. Sie kamen in der Vergangenheit wegen einer ähnlichen Masche mit der Justiz in Konflikt. Der Anhang mit dem Namen «Rechnung.zip» schleust beim Öffnen Malware auf den PC. Wer hinter der fiesen Masche steckt, ist noch nicht bekannt. Es wird aber vermutet, dass es sich um gezielte Rufschädigung gegen die Anwaltskanzlei handelt.

Das können Sie tun:

Löschen Sie das Mail und öffnen Sie keinesfalls das Attachment. In der Schweiz ist die Meldestelle KOBIK (Koordinationsstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität) dafür zuständig. In der Interaktiv-Box finden Sie den Link zum Meldeformular, um das Vergehen zu melden.

Manuel Bühlmann, 20minuten.ch

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