21.10.2016 12:30

Chiasso TIMassenhaft gefälschte Ausweise an der Grenze

Asylbewerber und Kriminelle versuchen immer öfter mit gefälschten Ausweisen über die Grenze in Chiasso zu kommen. Seit Anfang Jahr wurden bereits 600 Falschpapiere konfisziert.

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Asylbewerber und Kriminelle versuchen immer öfter mit gefälschten Papieren über die Schweizer Grenze in Chiasso zu kommen. Ihr Ziel: Deutschland.

Asylbewerber und Kriminelle versuchen immer öfter mit gefälschten Papieren über die Schweizer Grenze in Chiasso zu kommen. Ihr Ziel: Deutschland.

Francesca Agosta
2015 hat das Grenzwachtkorps in Chiasso 650 gefälschte Dokumente beschlagnahmt.

2015 hat das Grenzwachtkorps in Chiasso 650 gefälschte Dokumente beschlagnahmt.

Keystone/Karl Mathis
Seit Anfang dieses Jahrs liegt die Zahl der konfiszierten gefälschten Ausweise bereits wieder bei 600. Es könnte einen neuen Rekord geben.

Seit Anfang dieses Jahrs liegt die Zahl der konfiszierten gefälschten Ausweise bereits wieder bei 600. Es könnte einen neuen Rekord geben.

Keystone/Karl Mathis

Auf der internationalen Buslinie, die der Autobahn entlang über den Zoll von Chiasso-Brogeda quer durch die Schweiz führt, boomen gefälschte Ausweise. Die Beamten des Grenzwachkorps der Region IV haben seit Jahresbeginn bereits über 600 Falschpapiere beschlagnahmt.

Und das Phänomen nahm in den letzten Monaten nochmals zu. «Mit dem aktuellen Trend dürfte die Zahl von 2015 noch einmal überschritten werden», sagte Marco Ricci, Sprecher der Grenzwache der Region IV, zu 20 Minuti. Letztes Jahr wurden 650 Personen mit gefälschten Dokumenten erwischt.

Ticket, Aufenthaltsbewilligung und Pass

Meist handelt es sich um Asylbewerber oder Kriminelle, die auf diese Weise nach Deutschland zu gelangen versuchen. Die Zunahme lässt sich auch darauf zurückführen, dass mittlerweile ein Busbillett allein nicht mehr reicht, um auf dieser Linie zu reisen. «Die Behörden wollen sichergehen, dass jeder im Besitz eines gültigen Ausweises ist, und kontrollieren dementsprechend genau», so Rici.

In Italien existiert zudem ein ziemlich grosser Markt für gefälschte Dokumente. Diese werden dort gleich im Paket angeboten: Für 600 bis 700 Euro bekommt man ein Reiseticket, eine Aufenthaltsbewilligung und eine Identitätskarte. Rici: «Auch im Internet sind auf bestimmten Websites perfekt aussehende Pässe und IDs von Personen erhältlich, die es in Tat und Wahrheit gar nicht gibt.»

Erwischen die Beamten jemanden im Besitz eines gefälschten Ausweises, wird er normalerweise zurück in sein Herkunftsland geschickt. Hin und wieder findet man nebst gefälschten Dokumenten auch den Original-Pass der Person. Dabei handelt es sich dann meist um Kriminelle, die von der Polizei gesucht werden. Sie werden von den Grenzwächtern umgehend der zuständigen Behörde überstellt.

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