Lauberhorn-Rennen: Massenhaft Neuschnee lässt Wengen zittern
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Lauberhorn-RennenMassenhaft Neuschnee lässt Wengen zittern

Egal ob für die Organisatoren, Fahrer oder Zuschauer: Die 86. Lauberhorn-Rennen sind nichts für schwache Nerven.

von
Alexandra Stäuble

Ein grüner Advent, grüne Weihnachten, Ski- und Langlaufrennen auf einem Streifen Kunstschnee – nun kommt er endlich, der Winter, und zwar so richtig. Doch das Timing könnte besser sein. Nach der wetterbedingten Absage des Riesenslaloms in Adelboden zittert nun auch der zweite Weltcup-Hotspot im Berner Oberland. Sie waren, sind und bleiben trist: die Prognosen für Wengen.

Schnee, so weit das Auge reicht «bis und mit Samstag», das entnimmt Moritz Gubler den Messgeräten von Meteonews. «Zwischen 10 und 30 Zentimeter», schätzt er die tägliche Ration, für Donnerstag prophezeit er am meisten Neuschnee. Bereits am Samstag in Adelboden war entschieden worden, das erste Training am Lauberhorn einen Tag nach hinten auf Mittwoch zu schieben.

Wetterbesserung am Sonntag

Der viele Schnee ist Gift für die Organisatoren. Ist es überhaupt möglich, die Abfahrtsstrecke bis zum Freitag (Super-Kombination) zu präparieren? Oder für den Klassiker vom Samstag? Oder ist es am Ende starker Wind (wie zuletzt 2004) oder Nebel (wie 2001), der zur Absage führt? Auch diesbezüglich bereitet die Wetterlage Sorgen. Immerhin: Die zu meisternden Hürden werden im Verlauf des Wochenendes tiefer. Weil für Sonntag Besserung in Sicht ist und dann auf der Abfahrtsstrecke nur eine Slalompiste präpariert werden muss.

Ein Worst-Case-Szenario wie 1996, als die FIS wegen zu knapper Schneemenge, milder Prognosen und kaum Aussicht auf Neuschnee bereits am Mittwoch hatte kapitulieren müssen, dürfte nicht eintreffen. Aber die Lauberhorn-Abfahrt, der Zuschauermagnet, das herbeigesehnte Spektakel, steht auf der Kippe.

Svindal hofft

Das erste Training fiel zwar aus, Aksel Lund Svindal begab sich am Dienstagmittag aber trotzdem auf die Piste. «Ich hoffe auf bessere Bedingungen für die Abfahrt», schreibt der Norweger.

Ted Ligety hatte mehr Glück. Bei seiner Hommage an Wengen, an die Kleine Scheidegg, blinzelt die Sonne durch die Wolkendecke. «Ich komme seit elf Jahren nach Wengen und das Panorama beeindruckt mich noch immer», schreibt der US-Amerikaner auf Instagram.

Beat Feuz steigt am Dienstag aus dem Zug.

Der Italiener Christof Innerhofer berichtet nach seiner Ankunft am Montag von Regen.

Die letzten Absagen

2004: Zwei Abfahrten wegen Schneefalls und Wind abgesagt

2001: Die Bedingungen sind gut, der Nebel tilgt aber zwei Abfahrten

1996: Schneemangel -> Verlegung nach Veysonnaz

1993: Föhn und Schneemangel -> Verlegung nach Veysonnaz

1991: Absage nach tödlichem Trainingssturz von Gernot Reinstadler (Ö)

1990: Schneemangel -> Verlegung nach Val-d'Isère

1988: Schneemangels -> Verlegung nach Leukerbad

1986: Absage wegen starkem Wind und Lawinengefahr

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