30 Schafe nach Massenpanik tot – «Die Tiere hatten blaue Zungen und Schaum vor dem Maul»

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30 Schafe nach Massenpanik tot«Die Tiere hatten blaue Zungen und Schaum vor dem Maul»

In einem Stall in Flums wurden rund 30 tote Schafe aufgefunden. Die genauen Hintergründe, die zum Tod der Tiere geführt haben, werden abgeklärt. Die Wildhut kann die Beteiligung eines Wolfes ausschliessen.

von
Katja Fässler
Marion Alder
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In Flums SG haben sich sich Schafe in einem Stall gegenseitig zu Tode getrampelt. (Symbolbild)

In Flums SG haben sich sich Schafe in einem Stall gegenseitig zu Tode getrampelt. (Symbolbild)

20min/Simon Glauser
Die Polizei schliesst aber auch nicht aus, dass ein anderes Tier den Schafen Verletzungen zugeführt haben könnte.

Die Polizei schliesst aber auch nicht aus, dass ein anderes Tier den Schafen Verletzungen zugeführt haben könnte.

Kantonspolizei St. Gallen

Darum gehts

Am Montagmorgen sind der Wildhüter und die Kantonspolizei St.Gallen zu einem Landwirtschaftsbetrieb an der Gruppastrasse gerufen worden. Der Besitzer der Schafe meldete sich beim Wildhüter und berichtete von rund 30 toten Schafe in seinem Stall. 29 Schafe waren bereits tot, ein weiteres musste durch den Tierarzt von seinen Qualen erlöst werden, wie Florian Schneider, Sprecher der Kantonspolizei St. Gallen, auf Anfrage sagt. Sechs Schafe konnten verarztet und gerettet werden.

Wie sich herausstellte, dürfte eine Panik unter den Tieren dazu geführt haben, dass sich diese gegenseitig zu Tode trampelten und im Gedränge erstickten. Verletzungen durch ein anderes Tier können ebenfalls nicht ausgeschlossen werden. Diese könnten möglicherweise von einem Fuchs oder fremden Hund stammen, wie Dominik Thiel, Leiter des Amts für Natur, Jagd und Fischerei, auf Anfrage sagt. Die Wildhut kann aufgrund der vorgefundenen Spuren jedoch die Beteiligung eines Wolfes ausschliessen.

Landwirt ist geschockt

«Wenn ein Wolf angegriffen hätte, wären die Tiere zu Tode gebissen worden, hätten massive Fleischverletzungen, innere Blutungen oder Knochenbrüche. Keines der Tiere wies zudem einen Kehlbiss auf», wie Thiel weiter sagt. Die Tiere hätten hinten an den Beinen kleine Bissspuren gehabt und ausserdem blaue Zungen gehabt und aus dem Mund geschäumt.

Der betroffenen Landwirt bemerkte den Vorfall, als er am Morgen zur Fütterung den Stall betrat: «Es war ein grosser Schock», sagt er gegenüber 20 Minuten. Allein die Frage, wer für den entstandenen Schaden aufkommen soll, sei ungeklärt bis die Ursache des Vorfalls gefunden sei. «Ich habe zwei läufige Hündinnen im Stall, vielleicht wurde dadurch ein anderes Tier angelockt», so der Schafbesitzer weiter.

Die Kantonspolizei St.Gallen untersucht in Zusammenarbeit mit der Wildhut und unter der Leitung der Staatsanwaltschaft des Kantons St.Gallen den Vorfall und dessen Hintergründe. Es wurde Anzeige gegen Unbekannt erstattet. «Falls ein fremder Hund für die Panik bei den Tieren gesorgt hat, müsste der Halter mit einer Anzeige wegen Wiederhandlung gegen das Tierschutzgesetz rechnen», so Kapo-Sprecher Schneider.

Du weisst von einem Tier in Not?

Hier findest du Hilfe:

Feuerwehr, Tel. 118 (Tierrettung)

Polizei, Tel. 117 (bei Wildtieren)

Tierrettungsdienst, Tel. 044 211 22 22 (bei Notfällen)

Schweizerische Tiermeldezentrale, wenn ein Tier entlaufen/zugelaufen ist

Stiftung für das Tier im Recht, für rechtliche Fragen

GTRD, Grosstier-Rettungsdienst, Tel. 079 700 70 70 (Notruf)

Schweizerische Vogelwarte Sempach, für Fragen zu Wildvögeln, Tel. 041 462 97 00

Tierquälerei:

Meldung beim kantonalen Veterinäramt oder beim Schweizer Tierschutz (anonym möglich)

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