Aktualisiert 06.09.2009 08:26

Lateinamerika

Massenproteste gegen Chávez

In Venezuela verstärkt sich die Protestbewegung gegen die Politik von Präsident Hugo Chávez. Mehrere zehntausend Menschen gingen in Caracas auf die Strasse, um gegen die Regierung zu demonstrieren. Zuvor gab es bereits in den Nachbarländern heftige Proteste.

Die meisten Demonstranten in Venezuela erschienen am Samstag in Weiss gekleidet, der Symbolfarbe der Protestbewegung. An einer Gegendemonstration beteiligten sich mehrere tausend Chávez-Anhänger.

Der Protest richtete sich gegen jüngste Festnahme von Regierungskritikern. Für Unmut sorgt ausserdem ein neues Bildungsgesetz, von dem viele befürchten, dass es zu staatlicher Indoktrination an den Schulen führen wird. «Wir haben seit elf Jahren die gleichen Gesichter an der Spitze, die gleichen Probleme, und wir können keine Lösung absehen», sagte einer der Demonstranten, der 23-jährige Student Carlos Delgado.

In den Reihen der Gegendemonstranten sagte der 41-jährige Verwaltungsangestellte Carlos Garcia, unter Chávez hätten die Armen mehr Gleichheit erreicht.

Proteste auch ausserhalb Venezuelas

Bereits am Freitag waren in mehreren lateinamerikanischen Städten Tausende gegen die Politik des venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez auf die Strasse gegangen. Die Demonstrationen richteten sich gegen seine autoritäre Herrschaft, aber auch gegen die Einmischung in die Politik anderer Länder.

Zu den über Twitter und Facebook koordinierten Proteste kamen in der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá mehr als 5000 Menschen, mehrere Tausend waren es auch in Venezuela und Honduras. Kleinere Kundgebungen gab es zudem in anderen lateinamerikanischen Hauptstädten sowie in New York und Madrid. In einigen Städten gab es auch Gegenkundgebungen von Chavez-Anhängern. (dapd)

Fehler gefunden?Jetzt melden.