Massenschlägerei: Alle sahen es, keiner sagt aus
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Massenschlägerei: Alle sahen es, keiner sagt aus

An einem Grümpelturnier prügelten sich Zuschauer und Spieler. Obwohl dabei ein 16-Jähriger schwer verletzt wurde, schweigen alle Beteiligten – eisern. Die Polizei spricht von «Omertà», der Schweigepflicht der Mafia.

An einem Hallenturnier in Rheinau SG kam es am Samstag zu einer Keilerei zwischen Türken und Albanern. Ein 16-Jähriger vom türkischstämmigen Team «Bosporus» aus Vorarlberg soll von einem Spieler des albanischstämmigen Teams «Boca Junior» aus Oberriet gefoult worden sein. «Ich sah plötzlich Zuschauer aufs Spielfeld rennen, dann gingen alle aufeinander los», sagt der Organisator, der anonym bleiben will. Bei der Massenschlägerei wurde der 16-Jährige schwer verletzt. Er erlitt einen Kieferbruch.

Als die Polizei eintraf, war alles vorbei – und obwohl es dutzende Zeugen gab, gelang es der Polizei nicht, den Sachverhalt zu rekonstruieren. «Alle verweigerten die Aussage, wie bei der Omertà, der Schweigepflicht der Mafia», so Kapo-Sprecher Fabrizio Ruscelli. Offenbar möchten sie die Sache lieber unter sich austragen: Gestern Morgen sollen rund 30 Türken vor der Turnhalle gewartet haben. Zum Glück ging das Turnier erst am Mittag weiter.

ann

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