Aktualisiert 24.02.2014 18:16

100 Häftlingen

Massenschlägerei und Stichwunden in Genf

Rund 100 Insassen prügelten sich am Sonntag im Gefängnis Champ-Dollon. Dabei kamen auch Rasierklingen zum Einsatz. Heute wurden erneut fünf Personen mit Stichwaffen verletzt.

Im Genfer Gefängnis Champ-Dollon ist es am Sonntag zu einer Massenschlägerei zwischen ungefähr hundert Häftlingen gekommen. Am Montag kam es in der Folge zu zwei weiteren Auseinandersetzungen, wobei fünf Häftlinge durch Stichwaffen verletzt wurden.

Man habe die Hauptakteure der Affäre identifiziert und werde sie bestrafen, sagte am Montag der Direktor der Strafanstalt Champ-Dollon, Constantin Franziskakis. Er bestätigte damit Berichte von 20 Minutes.

Um wieder Ruhe und Ordnung im Gefängnis herzustellen, musste zur Unterstützung der Wärter die Polizei aufgeboten werden. Die Ursache der Schlägerei ist noch unklar.

Am Montag kam es zu zwei weiteren Prügeleien, wie das Lokalfernsehen «Léman Bleu» berichtete. Am Morgen wurden zwei Häftlinge mit stumpfen Gegenständen verletzt.

Am Nachmittag erlitten fünf Inhaftierte schwere Verletzungen durch Messer, wie Laurent Forestier, Mediensprecher des Genfer Sicherheitsdepartements, der Nachrichtenagentur SDA sagte. Am Montagabend sei die Lage im Gefängnis Champ-Dollon zwar angespannt, aber unter Kontrolle gewesen, hielt der Mediensprecher fest.

Gefängnis überfüllt

Das Genfer Gefängnis Champ-Dollon steht seit längerer Zeit wegen Überbelegung in der Kritik. Die Anti-Folterkommission bezeichnete die Haftbedingungen Anfang 2013 als «ungenügend».

Im April 2013 legten die Wärter eine Stunde ihre Arbeit nieder und protestierten damit gegen die Überbelegung. In dem für 370 Inhaftierte ausgelegten Gefängnis befinden gegen 800 Häftlinge.

(sda)

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