Neue Disziplinen: Massenstart und riesige Sprünge heizen ein
Aktualisiert

Neue DisziplinenMassenstart und riesige Sprünge heizen ein

In sechs neuen Disziplinen gibt es in Pyeongchang erstmals Medaillen-Sätze – mit reger Schweizer Beteiligung.

von
Marcel Allemann
Pyeongchang
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Erstmals olympisch: Der Teamevent im Ski alpin. Hier Wendy Holdener und Reto Schmidiger an der letzten WM in St. Moritz.

Erstmals olympisch: Der Teamevent im Ski alpin. Hier Wendy Holdener und Reto Schmidiger an der letzten WM in St. Moritz.

Keystone/Gian Ehrenzeller
Es gibt erstmals Medaillen im Mixed-Curling. Das Schweizer Duo Martin Rios und Jenny Perret ist als aktuelles Weltmeisterteam angereist.

Es gibt erstmals Medaillen im Mixed-Curling. Das Schweizer Duo Martin Rios und Jenny Perret ist als aktuelles Weltmeisterteam angereist.

Keystone/urs Flueeler
Der Massenstart soll das olympische Eisschnelllaufen attraktiver gestalten. Sowohl bei den Frauen als auch bei den Männern wird erstmals ein Medaillensatz vergeben.

Der Massenstart soll das olympische Eisschnelllaufen attraktiver gestalten. Sowohl bei den Frauen als auch bei den Männern wird erstmals ein Medaillensatz vergeben.

epa/Javier Etxezarreta

Ski Alpin Mixed Teamevent: Die Skifans dürften diesen Parallel-Riesenslalom im K.-o.-System inzwischen bestens kennen. Seit 2005 wird er auch an Weltmeisterschaften und seit 2006 an den Weltcupfinals ausgetragen. Eine Runde besteht aus vier Läufen, wobei abwechselnd zwei Frauen und zwei Männer gegeneinander antreten. Für jedes gewonnene Duell gibt es einen Punkt. Endet eines unentschieden, erhalten beide Teams einen Punkt. Kommt es am Ende zu einem Punktegleichstand, gibt die Summe der Laufzeiten der schnellsten Frau und des schnellsten Mannes je Team den Ausschlag für den Sieg.

Schweizer Aussichten: Natürlich wird auch die Schweiz ein Team stellen. Namentlich ist dieses noch nicht bekannt. Als ausgewiesene Teamevent-Spezialistin gilt indes Wendy Holdener. An der WM holte die Schweiz bislang erst 2007 in Åre mit Bronze eine Medaille. Trotzdem ist Edelmetall natürlich möglich, ist dieser Wettbewerb doch auch eine gewisse Lotterie.

Mixed Curling: Ein gemischtes Curling-Team, bestehend aus einem Mann und einer Frau. Auswechselspieler sind nicht erlaubt. Die Zählweise der Steine ist gleich wie im gewöhnlichen Curling, es wird über acht Ends gespielt. Jedes Team spielt pro End fünf Steine. Eine WM wird seit 2008 gespielt.

Schweizer Aussichten: Mit Jenny Perret und Martin Rios ist auch ein Schweizer Duo am Start, dessen Perspektiven ausgezeichnet sind. Die Schweiz ist mit sechs Titeln Mixed-Curling-Rekordweltmeister und holte durch Perret/Rios auch zuletzt an der WM 2017 im kanadischen Lethbridge Gold.

Eisschnelllauf Massenstart (Frauen und Männer): Zu Beginn der Saison 2011 wurde im Eisschnelllauf aus Attraktivitätsgründen der Massenstart eingeführt. Es treten bis zu 28 Läufer gegeneinander an. Der Start erfolgt gestaffelt. 16 Runden müssen die Läufer bewältigen. Um noch mehr Geschwindigkeit in das Rennen zu bringen, kommt es nach vier Runden jeweils zu einem Sprint. Die ersten drei Läufer eines jeden Sprints bekommen Punkte gutgeschrieben. Wertungspunkte und die gemessene Zeit entscheiden am Ende über den Sieg.

Schweizer Aussichten: Mit Ramona Härdi und Livio Wenger bestreiten auch zwei Schweizer diese Olympia-Premiere. Eine Toprangierung ist primär Wenger zuzutrauen, der diese Saison im Massenstart seinen ersten Weltcup-Podestplatz realisiert hat.

Snowboard Big Air (Frauen und Männer): Beim Big Air handelt es sich um eine grosse Schanze, über die die Fahrer springen und versuchen, dabei möglichst schwierige Tricks zu zeigen. Bewertet wird dies von Schiedsrichtern in den Kategorien Style, Schwierigkeit, Höhe des Tricks und Landung.

Schweizer Aussichten: Bei beiden Geschlechtern ist die Schweiz mit dem Maximum (je vier) am Start: Carla Somaini, Isabel Derungs, Sina Candrian und Elena Könz sowie Jonas Bösiger, Nicolas Huber, Michael Schärer und Moritz Thönen. Trotzdem sind die Schweizer in der Rolle der Aussenseiter.

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